Der MDAX verlor knapp 1,0 Prozent auf 10.572 Punkte US-Handel schickt DAX unter 7.100-Punkte-Marke

Konjunktursorgen und die Griechenland-Probleme haben den DAX am Freitag unter die Marke von 7.100 Punkten gedrückt. Der Leitindex gab 1,3 Prozent ab und schloss am Abend mit 7.070 Punkten. "Mit den Abgaben im frühen US-Handel ist auch der DAX abgerutscht", sagte ein Händler. Die Zurückhaltung vor dem Pfingst-Wochenende habe die Verluste begünstigt.

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US-Handel schickt DAX unter 7.100-Punkte-Marke

Frankfurt/Main (dapd). Konjunktursorgen und die Griechenland-Probleme haben den DAX am Freitag unter die Marke von 7.100 Punkten gedrückt. Der Leitindex gab 1,3 Prozent ab und schloss am Abend mit 7.070 Punkten. "Mit den Abgaben im frühen US-Handel ist auch der DAX abgerutscht", sagte ein Händler. Die Zurückhaltung vor dem Pfingst-Wochenende habe die Verluste begünstigt. Der MDAX verlor knapp 1,0 Prozent auf 10.572 Punkte, der TecDAX fiel um 1,0 Prozent auf fast 880 Zähler.

Die Entscheidung des Bundestages für weitere Griechenland-Hilfen habe damit nur kurzfristig gestützt, erklärte der Händler weiter. Ohnehin sei noch immer ungewiss, wie ein neues Rettungspaket konkret aussehen werde. Der Bundestag fordert als Voraussetzung für weitere Hilfen eine Beteiligung privater Gläubiger und stellt sich damit gegen die EZB, die sich gegen Restrukturierungen jeder Art ausgesprochen hat. Auch die Ratingagenturen haben mehrfach angedeutet, dass sie auch eine freiwillige Verlängerung der Laufzeiten als Zahlungsausfall werten würden.

Die Wall Street zeigt sich am Freitag im frühen Verlauf mit Abgaben. Der Dow-Jones-Index verlor bis 17.50 Uhr MESZ 1,2 Prozent auf 11.986 Punkte und notierte damit erstmals seit Mitte März wieder unter der Marke von 12.000 Zählern. Der Nasdaq Compositite gab 1,3 Prozent ab auf 2.649 Punke. Händler verwiesen zur Begründung auf die anhaltenden Sorgen bezüglich einer konjunkturellen Abschwächung. "Alle Konjunkturdaten der vergangenen Monate waren unverändert oder schwächer als erwartet", sagte ein Analyst. "Die weltweite Konjunktur befindet sich momentan nicht gerade in einer guten Position."

Der Euro fiel im späten europäischen Geschäft unter die Marke von 1,44 Dollar. "Es wird immer klarer, dass zwischen der Europäischen Zentralbank (EZB) und Deutschland ein kontroverse Sichtweise darüber besteht, ob private Gläubiger bei der Restrukturierung der ausstehenden griechischen Anleihen zur Kasse gebeten werden sollen", erklärte eine Händlerin. Aufgrund des straffen Zeitplans wäre es allerdings wünschenswert, wenn alle beteiligten Parteien an einem Strang ziehen würden. Die EZB hatte den Referenzwert des Euro am Nachmittag auf 1,4486 Dollar festgelegt.

Im DAX verloren allen voran Fresenius 2,4 Prozent auf 71,02 Euro. Infineon gaben 2,4 Prozent ab auf 7,46 Euro. Henkel fielen um 2,3 Prozent auf 47,56 Euro. Am anderen Ende gewannen ThyssenKrupp 2,5 Prozent auf 35,30 Euro. Händler sprachen von charttechnisch orientierten Käufen. Viele Häuser hielten die Aktie für attraktiv. Telekom und Deutsche Bank notierten knapp unter ihren Vortagswerten von 10,14 Euro und 39,65 Euro.

Im MDAX gaben ProSiebenSat.1 3,4 Prozent ab auf 18,65 Euro. HeidelDruck fielen um 3,2 Prozent auf 2,66 Euro. GEA Group verloren knapp 3,0 Prozent auf 23,10 Euro. IVG Immobilien behaupteten sich am anderen Ende mit einem Plus von 8,1 Prozent auf 5,48 Euro.

Im TecDAX fielen Gigaset um 4,9 Prozent auf 3,71 Euro. Phoenix Solar gewannen 3,9 Prozent auf 16,90 Euro.

dapd