Die Kanzlerin muss Kurs halten weg von der Atomtechnologie hin zu erneuerbaren Energien Platzeck warnt vor Einknicken beim Atomausstieg

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat den vom Bundeskabinett beschlossenen stufenweisen Ausstieg aus der Atomenergie begrüßt. Damit zeige die Bundesregierung, "dass sie offenbar gewillt ist, Ernst zu machen mit dem Atomausstieg", sagte Platzeck am Freitag in Potsdam.

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Platzeck warnt vor Einknicken beim Atomausstieg

Potsdam (dapd). Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat den vom Bundeskabinett beschlossenen stufenweisen Ausstieg aus der Atomenergie begrüßt. Damit zeige die Bundesregierung, "dass sie offenbar gewillt ist, Ernst zu machen mit dem Atomausstieg", sagte Platzeck am Freitag in Potsdam. Er fügte an: "Angesichts der intensiven Lobbyarbeit der Energiekonzerne in den vergangenen Tagen sehe ich aber mit Sorge, dass zumindest Teile der Regierungskoalition schon wieder anfangen zu wackeln."

Platzeck warnte davor, dass die Bundesregierung jetzt auf dem Weg zu einem schrittweisen Atomausstieg bis spätestens 2022 einknickt. Die Kanzlerin müsse Kurs halten weg von der Atomtechnologie hin zu erneuerbaren Energien.

Zugleich verwies Platzeck darauf, dass Deutschland ein hoch industrialisiertes Land ist. "Für die künftige Energiepolitik heißt das: Schrittweise und unumkehrbar aus der Atomenergie auszusteigen, den Ausbau der Nutzung Erneuerbarer Energiequellen konsequent voranzutreiben und konventionelle Energieträger wie die heimische Braunkohle als Brückentechnologie für den Übergang zu nutzen." Dabei müsse nach Wegen gesucht werden, die Braunkohleverstromung klimafreundlicher zu machen.

Platzeck äußerte sich anlässlich des 10. Jahrestags der Unterzeichnung des Abkommens zwischen der damaligen rot-grünen Bundesregierung und der Atomwirtschaft über den Ausstieg aus der Kernenergie, das am 11. Juni 2001 geschlossen worden war.

dapd