Der Klimaforscher Ottmar Edenhofer hält die geplante Energiewende für eine Herausforderung in der Dimension der Deutschen Einheit. Der Ausstieg aus der Kernkraft und Umstieg auf die erneuerbaren Energien sei "eines der größten sozialen Experimente" in der Geschichte des Landes, sagte der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung am Freitag in Berlin.
"Laboratorium für Innovationen"
Berlin (dapd). Der Klimaforscher Ottmar Edenhofer hält die geplante Energiewende für eine Herausforderung in der Dimension der Deutschen Einheit. Der Ausstieg aus der Kernkraft und Umstieg auf die erneuerbaren Energien sei "eines der größten sozialen Experimente" in der Geschichte des Landes, sagte der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung am Freitag in Berlin. Deutschland werde zu einem "Laboratorium für Innovationen". Der wahre Kraftakt sei dabei der Einstieg in ein neues intelligentes Energiesystem.
Laut einer Studie des Potsdamer Institutes für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung sind die Strompreise für die privaten Haushalte nur in geringem Maße vom Atomausstieg betroffen. Auch sei durch den Abschied von der Kernkraft keine grundsätzliche Gefährdung der volkswirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit zu befürchten, da die Strompreise für die Industrie und Großkunden nur vorübergehend anstiegen.
Knackpunkt ist nach Einschätzung der Fachleute aber die Versorgungssicherheit. Diese sei nur zu gewährleisten, wenn neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien auch neue fossile Kraftwerke gebaut würden oder ältere Anlagen länger als ursprünglich geplant am Netz blieben.
Die Untersuchung entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der Universität Leipzig.
dapd
