Bundespräsident Christian Wulff fordert mehr Mitspracherechte von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft. Zum Abschluss des 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags am Donnerstag in Stuttgart bezeichnete Wulff in einer Diskussionsrunde mit Jugendlichen die Beteiligung von Kindern "ein zentrales Gebot".
Bundespräsident fordert mehr Beteiligung von Kindern
Stuttgart (dapd). Bundespräsident Christian Wulff fordert mehr Mitspracherechte von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft. Zum Abschluss des 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags am Donnerstag in Stuttgart bezeichnete Wulff in einer Diskussionsrunde mit Jugendlichen die Beteiligung von Kindern "ein zentrales Gebot".
Ein solches Recht auf Mitgestaltung etwa bei der Gestaltung der Stadtarchitektur, Schulgebäuden, Freizeiteinrichtungen oder bei der Planung von Straßen und Infrastrukturen sollten Erwachsene auch endlich ernst nehmen. "Wenn wir Kinder und Jugendliche ernst nehmen als Expertinnen und Experten in eigener Sache, wenn Beteiligung mehr ist als bloße Spielwiese, dann gewinnen wir nicht nur Kinder und Jugendliche für unsere Demokratie. Dann gewinnen auch wir Erwachsene neue Einsichten", sagte der Bundespräsident.
Einen Satz aus dem nationalen Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland lege er allen im Land nachdrücklich ans Herz: "Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist der Gradmesser für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft."
An den Voraussetzungen dafür müsse auf allen Ebenen gearbeitet werden, angefangen bei der Förderung und beim Schutz von Kindern unter drei Jahren. "Wir können es uns nicht mehr leisten, in dieser frühen Phase zu knausern", sagte Wulff.
Auf dem dreitägigen Fachkongress war unter anderem die Lebenssituation benachteiligter Jugendlicher, aber auch der Fachkräftemangel in Kindertagesstätten, Schulen, Heimen und der Schulsozialarbeit erörtert worden. Zum Kinder- und Jugendhilfetag kamen von Dienstag bis Donnerstag rund 45.000 Besucher.
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe, Norbert Struck, forderte, von Stuttgart aus müsse eine Botschaft in die Republik gehen: "Kein Kind und kein Jugendlicher darf unserer Gesellschaft verloren gehen. Kinder und Jugendliche sind Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft."
dapd
