Hochschulen erhalten mehr Geld für bis zu 54.000 zusätzliche Studenten Extra Milliarden für Unis

Die Hochschulen bekommen zusätzliche Milliarden, um den Ansturm junger Leute wegen der Aussetzung der Wehrpflicht zu bewältigen. Bund und Länder einigten sich am Donnerstag bei einem Treffen in Berlin auf eine finanzielle Lösung für die Universitäten und Fachhochschulen.

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Extra Milliarden für Unis

Berlin (dapd). Die Hochschulen bekommen zusätzliche Milliarden, um den Ansturm junger Leute wegen der Aussetzung der Wehrpflicht zu bewältigen. Bund und Länder einigten sich am Donnerstag bei einem Treffen in Berlin auf eine finanzielle Lösung für die Universitäten und Fachhochschulen. Der Bund werde seine Mittel für die Zeit von 2011 bis 2015 von 3,2 auf 4,7 Milliarden Euro aufstocken, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Ebenso viel Geld komme von den Ländern.

Merkel sagte, bis 2015 würden zwischen 45.000 und 54.000 zusätzliche Studenten an den deutschen Hochschulen erwartet. Die Kanzlerin wertete die finanzielle Einigung als "gute Nachricht für alle, die ein Hochschulstudium aufnehmen wollen".

Bereits im Dezember hatten sich Bund und Länder im Grundsatz auf eine Lastenteilung verständigt: Beide Seiten erklärten sich bereit, jeweils 50 Prozent der Kosten für die zusätzlichen Studienplätze zu tragen. Auf konkrete Summen hatten sie sich jedoch noch nicht festgelegt. Merkel sagte, die Diskussionen seien im Dezember "noch recht hitzig" gewesen. Nun gebe es eine einvernehmliche Lösung.

Die Zahl der Studienanfänger hat schon jetzt ein neues Rekordhoch erreicht. Durch das vorläufige Ende der Wehrpflicht werden tausende junge Leute zusätzlich an die Hochschulen strömen. Die allgemeine Wehrpflicht wird zum 1. Juli ausgesetzt. Damit entfällt auch der Zivildienst. Das heißt, viele junge Leute werden direkt nach der Schule an die Universität wechseln. Die doppelten Abiturjahrgänge durch das achtjährige Gymnasium in einigen Bundesländern verschärfen den Ansturm auf die Hochschulen noch.

Bund und Länder hatten vor einigen Jahren im Hochschulpakt vereinbart, die Zahl der Studienplätze auszubauen. In einem ersten Schwung von 2007 bis 2010 sollten Plätze für 91.000 zusätzliche Hochschüler entstehen, in einem zweiten Schwung bis 2015 insgesamt 275.000 weitere Studienplätze. Dies wird nun nicht mehr ausreichen. Die Milliarden von Bund und Ländern sollen in extra Studienplätze fließen.

dapd