Im Rüsselsheimer Werk herrscht nach neuen Verkaufsgerüchten Unsicherheit Opelaner im Sonderangebot?

Jens Meyer zur Capellen hat sein Smartphone in der Hand, schaut konzentriert hinein. Über Online-Medien erfährt der Ingenieur im Opelwerk in Rüsselsheim von den neuen Verkaufsgerüchten. "Das hat mich schon überrascht", sagt er. Sorgen, dass ein Tauziehen wie vor zwei Jahren losgeht, macht er sich aber nicht. "Würde mich schon überraschen, wenn das Hand und Fuß hätte", sagt er zu den Gerüchten.

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Opelaner im Sonderangebot?

Rüsselsheim (dapd-hes). Jens Meyer zur Capellen hat sein Smartphone in der Hand, schaut konzentriert hinein. Über Online-Medien erfährt der Ingenieur im Opelwerk in Rüsselsheim von den neuen Verkaufsgerüchten. "Das hat mich schon überrascht", sagt er. Sorgen, dass ein Tauziehen wie vor zwei Jahren losgeht, macht er sich aber nicht. "Würde mich schon überraschen, wenn das Hand und Fuß hätte", sagt er zu den Gerüchten. Die Verkaufszahlen stiegen, die Stimmung sei gut.

So auskunftsfreudig oder informiert ist an diesem Mittag längst nicht jeder Mitarbeiter an den Werkstoren und der S-Bahn-Haltestelle "Rüsselsheim Opelwerk". Viele winken einfach ab. "Keine Zeit, keine Lust, tut mir leid", sagt einer. Ein anderer meint nur knapp: "Kein Kommentar". Wieder andere haben von den Gerüchten noch gar nichts gehört. "Es hat keiner was gesagt", sagt ein Mechaniker und stapft in den Feierabend.

An der S-Bahn-Unterführung hängen große Werbeplakate des Autoherstellers, verbunden mit einem Dank an die Mitarbeiter. "Der Opel Insignia. Das beste Auto, das wir je gebaut haben", steht dort. "Vielen Dank an alle Opelaner!" Von denen sind viele nun verunsichert.

Kein Wunder: Bisher gibt es wenig Konkretes. "Auto Bild" und "Spiegel online" melden, dass Opel-Eigentümer General Motors (GM) einen Verkauf von Opel erwägt. Ein Opel-Sprecher erklärte dazu, es handele sich bei den Berichten um Spekulationen, "die wir nicht kommentieren". Die Firmenleitung wandte sich nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd mit einem Schreiben an die verunsicherten Mitarbeiter. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sagte, es handele sich um "reine Spekulationen, die von wem auch immer in die Welt gesetzt wurden", um Opel zu schaden. Franz sagte aber auch, der Betriebsrat vermisse "ein klares Dementi von General Motors".

"Reine Spekulation, ist nicht der Fall", kommentiert denn auch eine Mitarbeiterin die Gerüchte. Sie mache sich keine Sorgen, dass alles so werden könne wie vor zwei Jahren, als GM Opel schon einmal verkaufen wollte. Andere wollen sich erstmal nicht zu viele Gedanken machen. "Gerüchte gibt es doch immer, mal so mal so", sagt ein Mitarbeiter im Vorbeigehen. So lange nichts bestätigt sei, mache er sich nicht verrückt. "Sonst kriegt man noch 'nen Herzinfarkt."

Andere scheinen weniger zuversichtlich und gelassen. "Die letzten, die was erfahren, sind die Opelaner", regt sich einer von drei Männern auf. Sie wüssten auch nicht mehr, als in den Medien stehe. Ob er sich Sorgen mache? "Nach fünf Jahren ist man hier abgehärtet", sagt er im Vorbeigehen. Und: "Das ist wie bei Aldi. Uns gibt es mal wieder als Sonderangebot." Viele hoffen auf genauere Informationen bei der Betriebsversammlung am (morgigen) Freitag.

dapd