Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat ihre Generalsekretärin Monika Lüke mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden. Sie sei aber nicht gefeuert worden, wie es in Medienberichten hieß, betonte Vorstandssprecher Stefan Keßler. "Frau Lüke wurde freigestellt und bezieht ihr Gehalt weiter", sagte er der Nachrichtenagentur dapd.
Gestörtes Verhältnis
Berlin (dapd). Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat ihre Generalsekretärin Monika Lüke mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden. Sie sei aber nicht gefeuert worden, wie es in Medienberichten hieß, betonte Vorstandssprecher Stefan Keßler. "Frau Lüke wurde freigestellt und bezieht ihr Gehalt weiter", sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Derzeit werde über die Aufhebung des Arbeitsvertrags verhandelt.
Die Vermutung Lükes, dass die Entlassung mit ihrem vor kurzem geborenen Baby zu habe, wies Keßler zurück. Er nannte "das über die vergangenen Monate zunehmend gestörte Vertrauensverhältnis" als Grund für das Ende der Zusammenarbeit. "Es gab unterschiedliche Vorstellungen über die Rollenverteilung von Vorstand und Generalsekretärin bei der Organisation von Amnesty", sagte Keßler. Den Schritt habe sich AI aber nicht leicht gemacht. Dem einstimmigen Vorstandsbeschluss seien lange Diskussionen vorausgegangen.
Lüke befindet sich seit April im Mutterschutz und hatte vor rund einem Monat eine Tochter zur Welt gebracht. Die Aufgaben als Generalsekretär nimmt seitdem ihr Stellvertreter Wolfgang Grenz wahr. Er wird die Geschäfte weiter leiten, bis der Vertrag mit Lüke aufgelöst ist. "Wolfgang Grenz ist seit 32 Jahren Mitarbeiter von Amnesty International. Er kennt den Laden also von innen und ist im politischen Berlin sehr gut vernetzt", sagte Keßler über den Interims-Generalsekretär.
Ab Samstag findet in Köln die AI-Jahreshauptversammlung statt, auf der ein neuer Vorstand gewählt wird. Dieser verfügt dann über das Recht, den neuen Generalsekretär zu ernennen.
dapd
