Treffen der Heimatvertriebenen am Wochenende Sudetendeutsche verlangen von Prag direkten Dialog

Die Sudetendeutschen wollen ihr traditionelles Pfingsttreffen für einen Appell an die tschechische Regierung nutzen, 65 Jahre nach der Vertreibung direkte Gespräche mit der Landsmannschaft aufzunehmen. Offiziell lehne Prag einen direkten Dialog mit den Heimatvertriebenen weiter ab, beklagte der oberste Repräsentant der Sudetendeutschen, Bernd Posselt, in einem dapd-Interview.

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Sudetendeutsche verlangen von Prag direkten Dialog

München (dapd-bay). Die Sudetendeutschen wollen ihr traditionelles Pfingsttreffen für einen Appell an die tschechische Regierung nutzen, 65 Jahre nach der Vertreibung direkte Gespräche mit der Landsmannschaft aufzunehmen. Offiziell lehne Prag einen direkten Dialog mit den Heimatvertriebenen weiter ab, beklagte der oberste Repräsentant der Sudetendeutschen, Bernd Posselt, in einem dapd-Interview.

Mit Staatspräsident Václav Klaus gebe es an der Spitze des Nachbarlandes zwar "jemanden, der durchaus bremst". Klaus sei aber ein "Auslaufmodell", sagte der Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe. Insgesamt herrsche in der tschechischen Politik durchaus Bewegung im Verhältnis zu den Sudetendeutschen.

Zum 62. Sudetendeutschen Tag erwartet Posselt am Wochenende rund 20.000 Heimatvertriebene in Augsburg. Ein Signal nach Prag soll am Samstag die Verleihung des Karlspreises an den früheren slowakischen Präsidenten Rudolf Schuster senden.

Schuster habe wie auch andere slowakische Politiker immer den Dialog mit der Karpatendeutschen Landsmannschaft gesucht und sich nicht auf die Position zurückgezogen, dass eine Regierung nicht mit Verbänden spreche. Mit der Ehrung Schusters "senden wir ein Zeichen, was auf dem Boden der ehemaligen Tschechoslowakei alles möglich ist", betonte der CSU-Europaabgeordnete.

Die Hauptkundgebung des Sudetendeutschen Tags am Sonntag werde die Themen "Dialog und Nachbarschaft" in den Mittelpunkt stellen. Es werde um die Frage gehen, was aus dem ersten Prag-Besuch von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) vor einem halben Jahr folge. "Wir lehnen die künstliche Unterscheidung zwischen sogenannten Vergangenheits- und Zukunftsthemen ab", betonte Posselt. "Alle Themen haben Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft."

dapd