Im ersten Quartal hat es sowohl bei Unternehmern als auch bei Verbrauchern deutlich weniger Insolvenzen gegeben als im Vorjahreszeitraum. Während es bei den Firmen bereits in den drei vorhergehenden Quartalen in Folge der guten Konjunktur einen Rückgang gab, sank die Zahl der Verbraucherinsolvenzen erstmals seit dem zweiten Quartal 2009, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoche mitteilte.
Weniger Insolvenzen im ersten Quartal
Wiesbaden/Köln (dapd). Im ersten Quartal hat es sowohl bei Unternehmern als auch bei Verbrauchern deutlich weniger Insolvenzen gegeben als im Vorjahreszeitraum. Während es bei den Firmen bereits in den drei vorhergehenden Quartalen in Folge der guten Konjunktur einen Rückgang gab, sank die Zahl der Verbraucherinsolvenzen erstmals seit dem zweiten Quartal 2009, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoche mitteilte. Nach Einschätzung des Verbands der Insolvenzverwalter Deutschland (VID) ist das jedoch kein Grund für eine Ruhepause.
Die Zahl der Unternehmenspleiten war den Statistikern zufolge mit 7.529 um 8,5 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Zusammen mit den Insolvenzen von anderen privaten Schuldnern und Nachlässen summierte sich die Gesamtzahl auf 40.235, das waren 5,8 Prozent weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Die Verbraucherinsolvenzen sanken um 4,0 Prozent auf 26.156.
Im März wurden nach Angaben der Behörde von den Amtsgerichten 9.572 Insolvenzen von Verbrauchern und 2.762 Unternehmenspleiten gemeldet. Das waren 7,4 Prozent beziehungsweise 11,6 Prozent weniger als im März 2010.
Der VID führt den Rückgang bei den Unternehmen vor allem auf die boomende Industrie zurück. "Die fertigende Industrie erweist sich als starkes Zugpferd, von dem andere Branchen profitieren", sagte VDI-Chef Christoph Niering. Dies gelte insbesondere für den industrienahen Dienstleistungssektor, der von Konjunkturverbesserungen in der Regel erst mit einer gewissen Verzögerung profitiere. Hier sei inzwischen eine deutliche Erholung zu spüren.
Der VID-Vorsitzende wies jedoch darauf hin, dass der Aufschwung kein Grund sei, sich zurückzulehnen. "Der Aufschwung ist zwar da, aber er bedarf noch der Hege und Pflege", sagte Niering. Insbesondere dürfe die Finanzierung jetzt nicht ins Stocken geraten. So habe eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags ergeben, dass sich die Finanzierungsbedingungen im Mittelstand verschlechterten. Als Ursache gelten schärfere Regeln bei der Finanzmarktregulierung. "Diese Entwicklung gilt es unbedingt im Auge zu behalten", sagte Niering.
dapd
