Der Sonderbeauftragte der Bundesregierung für Afghanistan, Botschafter Michael Steiner, sieht gute Chancen für eine Lösung des kriegerischen Konfliktes am Hindukusch.
Botschafter sieht gute Chancen für Lösung des Afghanistan-Konfliktes
Bonn (dapd). Der Sonderbeauftragte der Bundesregierung für Afghanistan, Botschafter Michael Steiner, sieht gute Chancen für eine Lösung des kriegerischen Konfliktes am Hindukusch. Er zeigte sich auf einer Diskussionsveranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung über Afghanistan am Mittwochabend in Bonn zuversichtlich, dass es auf der großen internationalen Afghanistan-Konferenz am 5. Dezember auf dem Bonner Petersberg für einen Durchbruch in der schwierigen Afghanistan-Frage eine "Riesenchance" geben wird. Es müsse in Bonn eine "stimmige Strategie" der westlichen Verbündeten vorangebracht werden.
Der Krieg in Afghanistan ist nach Ansicht von Steiner nicht zu gewinnen. Der politische Prozess müsse auch von den Afghanen selber vorangebracht werden. Die radikal-islamischen Taliban müssten in eine politische Lösung einbezogen werden. Notwendig sei jedoch, dass sie der Gewalt abschwören, den Verfassungsrahmen in Afghanistan anerkennen und ihre Beziehungen zu der Terrororganisation Al-Kaida kappen. Dafür gebe es eine Chance, weil nach der Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden die persönliche Beziehung zwischen ihm und dem Taliban-Anführer Mullah Omar weggefallen sei.
Steiner meinte, die internationale Schutztruppe ISAF habe in den vergangenen Monaten Erfolge erzielen können. Es habe sich gezeigt, dass die Taliban bei ihrer gerade begonnen neuen Offensive geschwächt seien. Auch die Umwälzungen in der arabischen Welt würden sich auf Afghanistan auswirken, betonte Steiner. Dadurch würden sich Chancen für Veränderungen am Hindukusch ergeben. Wenn die Verbündeten wie geplant bis 2014 ihre Kampftruppen aus Afghanistan völlig zurückziehen, müsse der Westen weiter mit Aufbau- und Entwicklungshilfe im Land bleiben. In Afghanistan müsse es eine "hinreichende Sicherheit" geben. Die Menschenrechte müssten gewährleistet sein, sagte Steiner.
dapd
