Der Vorstand und der Aufsichtsrat von MAN halten das Übernahmeangebot von VW für zu niedrig und haben den MAN-Aktionären wie erwartet die Ablehnung empfohlen. Zugleich beschwor die MAN-Spitze am Dienstag aber die Chancen einer Lkw-Allianz von MAN mit der schwedischen VW-Tochter Scania und der VW-Transportersparte.
MAN-Spitze lehnt VW-Übernahmeangebot ab
München (dapd). Der Vorstand und der Aufsichtsrat von MAN halten das Übernahmeangebot von VW für zu niedrig und haben den MAN-Aktionären wie erwartet die Ablehnung empfohlen. Zugleich beschwor die MAN-Spitze am Dienstag aber die Chancen einer Lkw-Allianz von MAN mit der schwedischen VW-Tochter Scania und der VW-Transportersparte.
Der Wolfsburger Autokonzern hat seine Beteiligung an dem Münchner Lastwagen- und Maschinenbaukonzern MAN kürzlich auf knapp über 30 Prozent aufgestockt und musste deshalb allen MAN-Aktionären ein Pflichtangebot vorlegen. Das VW-Angebot liegt unter dem aktuellen Börsenwert. Doch schon mit Abgabe dieses Pflichtangebots beseitigt VW kartellrechtliche Hindernisse für eine engere Zusammenarbeit von MAN und Scania. Allein schon durch einen gemeinsamen Einkauf von MAN und Scania erhofft sich VW Einsparungen von 200 Millionen Euro jährlich.
Der Aufsichtsrat von MAN - an dessen Spitze der VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech steht - und der Vorstand empfahlen den MAN-Aktionären, das Übernahmeangebot von VW abzulehnen. Der Angebotspreis von 95 Euro je Stammaktie und 59,90 Euro je Vorzugsaktie spiegle den Wert von MAN und die möglichen Synergien und Profitabilitätssteigerung nicht angemessen wider.
"Eine intensivere Zusammenarbeit könnte nach Ansicht beider Gremien zu beträchtlichen Synergien im Bereich der Beschaffung und längerfristig auch in den Bereichen Entwicklung und Produktion führen. Diese konnten bisher aus kartellrechtlichen Gründen nicht erschlossen werden", erklärte die MAN-Spitze. Sie sei "weiterhin von der industriellen Logik einer engeren Zusammenarbeit zwischen der MAN SE, der Scania AB und der Volkswagen AG überzeugt".
MAN-Vorstand und -Aufsichtsrat begrüßten auch "die erklärte Absicht der Volkswagen AG, die markenspezifischen Eigenschaften und die Geschäftsfelder der MAN Gruppe fortbestehen zu lassen, den Sitz sowie die Standorte zu erhalten und keine Arbeitsplätze abzubauen".
Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot endet am 29. Juni. Auf der MAN-Hauptversammlung am 27. Juni will Piech die VW-Präsenz im MAN-Aufsichtsrat weiter ausbauen.
dapd
