Wegen Korruptionsverdachts ermittelt Münchener Staatsanwälte gegen Mitarbeiter des Industriekonzerns Linde. Ein Sprecher des Gase- und Anlagenherstellers bestätigte am Freitag Berichte des "Manager Magazins" und der "Süddeutschen Zeitung". Details nannte er nicht.
Ermittlungen gegen Linde-Mitarbeiter wegen Korruptionsverdachts
Berlin/München (dapd). Wegen Korruptionsverdachts ermittelt Münchener Staatsanwälte gegen Mitarbeiter des Industriekonzerns Linde. Ein Sprecher des Gase- und Anlagenherstellers bestätigte am Freitag Berichte des "Manager Magazins" und der "Süddeutschen Zeitung". Details nannte er nicht. Zum Kreis der Personen, die von der Staatsanwaltschaft formell als Beschuldigte geführt werden, sollen aber weder Vorstände noch Aufsichtsratsmitglieder gehören, schreibt das "Manager Magazin".
Linde-Chef Wolfgang Reitzle habe selbst vor über einem Jahr die interne Revision des Konzerns mit der Untersuchung beauftragt, heißt es in dem Magazinbericht. Anlass seien gemeinsame Projekte mit Unternehmen gewesen, gegen die bereits wegen möglicher Korruptionsdelikte ermittelt wurde beziehungsweise noch ermittelt wird. Darunter sei auch der Essener Ferrostaal-Konzern, gegen den die Staatsanwaltschaft München seit mehr als einem Jahr wegen Schmiergeldzahlungen ermittelt.
Laut "SZ" geht es bei den Ermittlungen auch um Gemeinschaftsprojekte von Linde mit der MAN-Tochtergesellschaft MAN Turbo. Die MAN-Tochter, die ebenso wie Linde Industrieanlagen baut, habe in mehreren Ländern Schmiergeld gezahlt, teilweise in Millionenhöhe. Das habe die Münchner Staatsanwaltschaft entdeckt.
Ob sich die betroffenen Linde-Mitarbeiter tatsächlich etwas zuschulden kommen lassen haben, ist allerdings unklar. Bislang seien bei den Untersuchungen der Revision in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft keine Gesetzesverstöße festgestellt worden, sagte der Linde-Sprecher. Dass Konzernmanager formell als Beschuldigte geführt würden, sei "eine übliche Vorsorgemaßnahme", um einer möglichen Verjährung vorzubeugen.
Bei der Staatsanwaltschaft München war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
dapd
