Noch im Juni solle der Kaufvertrag unterzeichnet werden FTD: Navi-Hersteller Garmin greift nach Konkurrenten Navigon

Unter den strauchelnden Navi-Herstellern zeichnet sich eine Übernahme ab. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD, Freitagausgabe) steht der deutsche Anbieter Navigon in exklusiven Verkaufsverhandlungen mit dem US-Wettbewerber Garmin.

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FTD: Navi-Hersteller Garmin greift nach Konkurrenten Navigon

Hamburg (dapd). Unter den strauchelnden Navi-Herstellern zeichnet sich eine Übernahme ab. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD, Freitagausgabe) steht der deutsche Anbieter Navigon in exklusiven Verkaufsverhandlungen mit dem US-Wettbewerber Garmin. Der weltweit größte Anbieter von Navigationsgeräten plane das viel kleinere Hamburger Unternehmen für einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag zu übernehmen, sagten demnach mit den Verhandlungen vertraute Personen. Noch im Juni solle der Kaufvertrag unterzeichnet werden.

Navigon ist zu 90 Prozent in den Händen der global agierenden Investmentgesellschaft General Atlantic Partners. Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser führt als Partner des Investors den Aufsichtsrat. General Atlantic war 2005 für einen Anteil von 25 Prozent mit einer hohen zweistelligen Millionen-Euro-Summe bei Navigon eingestiegen und hatte später aufgestockt.

Navigon sei genauso wie die Wettbewerber seit dem Durchbruch von Smartphones und günstigerer Software ins Hintertreffen geraten, schreibt das Blatt. Als relativ kleiner Anbieter mit weltweit 400 Mitarbeitern sei Navigon als reiner Softwareanbieter eigentlich bis 2007 gut gerüstet gewesen. Doch das Unternehmen habe einen strategischen Fehler gemacht: Ausgerechnet als Apple mit dem Verkaufsstart des iPhone die neue Smartphone-Ära eingeläutet habe, habe sich das Navigon-Management entschlossen, das Geschäft zu erweitern und fortan eigene Geräte zu vermarkten, schreibt die FTD. Der Durchbruch von Apples Softwareladen AppStore 2008 machte Navi-Geräte zumindest für Verbraucher weniger attraktiv. Als Folge stellte Navigon den Vertrieb der Geräte in den USA 2009 schon wieder ein.

Navigon sei in einer schwierigen Situation, deswegen liege der Kaufpreis nur im mittleren zweistelligen Millionenbereich, sagte ein Insider der Wirtschafts- und Finanzzeitung. Veröffentlichungen im Bundesanzeiger zufolge hätten die Hamburger in den Jahren von 2006 bis 2009 zum Teil hohe Verluste gemacht, schreibt die FTD weiter.

dapd