Mittelstandsbericht 2011 Höhere Kreditkosten könnten Aufschwung gefährden

Der deutsche Mittelstand zeigt sich angesichts der prognostizierten Umsatzzahlen zwar zuversichtlich. Gleichwohl könnte der Aufschwung durch Personalmangel sowie erschwerte Finanzierungsbedingungen einen Dämpfer erhalten. Von Karin Birk

Höhere Kreditkosten könnten Aufschwung gefährden

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand geht im Jahr 2011 von einem Umsatzzuwachs von drei Prozent aus“, sagte Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) bei der Vorlage des Mittelstandsberichtes 2011 der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand. Die Arbeitsgemeinschaft, in der neun Mittelstandsverbände vertreten sind, zeigte sich zuversichtlich, dass damit der starke Wirtschaftseinbruch der Wirtschaftskrise endgültig ausgeglichen sein werde.

"Aktuell weitet sich besonders der Fach- und Führungskräftemangel für den Mittelstand zu einem massiven Problem aus", sagte Wilfried Hollman, Präsident des Mittelsverbundes (ZGV). Dabei stünden die deutschen Mittelständler in engem Wettbewerb mit den Großunternehmen um den talentierten Nachwuchs. Bereits bei jeder dritten Stelle gebe es große Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Noch stärker als bisher müssten Untenehmen alles daran setzen, leistungsfähige Mitarbeiter zu finden, weiter zu qualifizieren und zu binden. Daneben müsse die Politik für eine durchgängige Qualitätsverbesserung im Bildungssystem sorgen.

Kritisch sieht die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand auch die aktuellen Verhandlungen zu Basel III. Neben der generellen Verteuerung der Kredite durch die schrittweise Anhebung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank, sei durch Basel III mit höheren Kosten durch eine stärkere Eigenkapitalhinterlegung zu rechnen. Denn sollte das Basel-III-Regelwerk wie bisher geplant umgesetzt werden, müsste für einen Mittelstandskredit hierzulande nicht mehr wie bisher rund acht Prozent Eigenkapital, sondern bis 2019 bis zu 11,5 Prozent Eigenkapital hinterlegt werden.

Die EU-Kommission müsse deshalb die Kapitalunterlegung für Mittelstandskredite nochmals überprüfen und absenken. „Nicht dass im Extremfall produktive Investitionen unterlassen werden“, warnte Fröhlich. Auch dürfe die Langfristigkeit der deutschen Unternehmensfinanzierung nicht gefährdet werden. Fröhlich plädierte außerdem dafür, die Basler Vorschriften nicht wie aktuell geplant als "Verordnung", sondern in Form einer "Richtlinie" umzusetzen. Nur so könnten nationale Gestaltungsspielräume genutzt werden.