Regierungschefin und Minister kurbeln in Neu-Delhi den Handel an - Eurofighter ein Thema Merkel wertet erste deutsch-indische Konsultationen als Erfolg (mit Bild)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die ersten deutsch-indischen Regierungskonsultationen als Erfolg gewertet. Das Treffen markiere einen "neuen qualitativen Schritt in der Ausgestaltung unserer strategischen Partnerschaft", sagte Merkel zum Abschluss der mehrstündigen Beratungen am Dienstag in Neu-Delhi. Die Konsultationen seien sehr konkret und sehr präzise verlaufen.

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Merkel wertet erste deutsch-indische Konsultationen als Erfolg (mit Bild)

Neu-Delhi (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die ersten deutsch-indischen Regierungskonsultationen als Erfolg gewertet. Das Treffen markiere einen "neuen qualitativen Schritt in der Ausgestaltung unserer strategischen Partnerschaft", sagte Merkel zum Abschluss der mehrstündigen Beratungen am Dienstag in Neu-Delhi. Die Konsultationen seien sehr konkret und sehr präzise verlaufen.

Deutschland und Indien bekräftigten im Rahmen der Konsultationen ihren Willen zum Ausbau des Handels zwischen beiden Ländern und brachten zahlreiche Projekte auf den Weg. Ziel ist es, das Handelsvolumen von derzeit rund 15 Milliarden auf 20 Milliarden Euro im kommenden Jahr zu erhöhen. Weitere Kooperationen wurden in den Bereichen Forschung, Bildung und Technologie verabredet.

Geleitet wurden die Konsultationen von Merkel und dem indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh. Von deutscher Seite nahmen Verteidigungsminister Thomas de Maizière, Innenminister Hans-Peter Friedrich, Bildungsministerin Annette Schavan (alle CDU) sowie Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) teil. Auch eine Wirtschaftsdelegation war mit in die indische Hauptstadt gereist.

Ein Thema des Treffens war auch der Eurofighter. Deutschland und der EADS-Konzern wollen Indien 126 dieser Kampfflugzeuge im Wert von rund 10 Milliarden Dollar verkaufen. Ein Abschluss wurde erwartungsgemäß nicht erzielt, aber Merkel zeigte sich zuversichtlich. "Ich glaube, dass wir ein gutes Angebot auf den Tisch gelegt haben", sagte die CDU-Vorsitzende. Sie habe keinen Zweifel, dass dieses Angebot fair geprüft werde.

Auch die Nachfolge für den Chefposten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) war ein Thema bei den Regierungskonsultationen. Merkel zeigte sich zufrieden mit der Äußerung Singhs, der sich für eine "qualifizierte Persönlichkeit" ausgesprochen hatte. "Insofern ist das durchaus eine Offenheit, jetzt kein Bekenntnis, aber eine Offenheit, dass nicht die Herkunft zählt, sondern erst einmal die Eignung", sagte Merkel mit Blick auf den europäischen Vorschlag, die französische Finanzministerin Christine Lagarde auf den Posten zu heben. Der bisherige IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn war am 18. Mai zurückgetreten, nachdem er in New York der versuchten Vergewaltigung einer Hotelangestellten beschuldigt worden war.

Am Abend sollte Merkel in Neu Delhi für ihr politisches Engagement zudem noch der mit 150.000 Euro dotierte Nehru Award for International Understanding verliehen werden. Das Geld stellte die Regierungschefin für Stipendien zur Verfügung, die indischen Studenten in Deutschland zu gute kommen.

Zum Abschluss ihres Aufenthaltes in Neu Delhi wollte Merkel anlässlich des 60-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Indien - die Aufnahme erfolgte am 7. März 1951 - bei einem Konzert im Beisein von Ministerpräsident Singh im Siri Fort das Deutschland-Jahr eröffnen. Unter dem Motto "Deutschland und Indien 2011-12" präsentiert sich die Bundesrepublik dabei in sieben zentralen Veranstaltungsorten - Neu Delhi, Mumbai, Kalkutta, Chennai, Pune, Bangalore und Hyderabad - jeweils zwei Wochen lang unter anderem mit Kulturveranstaltungen, politischen Besuchen und Präsentationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung.

Merkel war verspätet in Indien eingetroffen, weil der Iran der Kanzlermaschine zeitweilig den Überflug untersagt hatte. Am Mittwoch reist die Kanzlerin nach Singapur weiter.

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