Wetzel attackiert neuen Arbeitgeberverband IG Metall verschärft Widerstand gegen Leiharbeit

Die IG Metall verschärft ihren Widerstand gegen eine Ausweitung der Leiharbeit. Der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, wandte sich am Dienstag in Frankfurt am Main entschieden gegen eine Werbekampagne des neuen Bundesverbands der Personaldienstleiter (BAP) für die Leiharbeit.

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IG Metall verschärft Widerstand gegen Leiharbeit

Frankfurt/Main (dapd). Die IG Metall verschärft ihren Widerstand gegen eine Ausweitung der Leiharbeit. Der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, wandte sich am Dienstag in Frankfurt am Main entschieden gegen eine Werbekampagne des neuen Bundesverbands der Personaldienstleiter (BAP) für die Leiharbeit. Wetzel sprach von einer Sackgasse für die Arbeitnehmer und mahnte erneut Regelungen mit dem Ziel einer gleichen Bezahlung von Festangestellten und Leiharbeitern an. Andernfalls werde die IG Metall das Thema ab Herbst zum Bestandteil der kommenden Tarifrunden machen.

Laut Wetzel wird der Vorstand der Gewerkschaft im September über sein weiteres Vorgehen entscheiden. Bis dahin müssten die laufenden Gespräche mit Zeitarbeitsverbänden über eine gleiche Bezahlung Fortschritte bringen. Der Zweite Vorsitzende der IG Metall mahnte aber auch die Arbeitgeber der Metall-, Elektro- und Textilindustrie, sie sollten dafür sorgen, dass Leiharbeit wirklich darauf beschränkt werde, Auftragsspitzen abzuarbeiten.

Wer vom Zusammenschluss der beiden Arbeitgeberverbände Leiharbeit positive Impulse erwartet habe, werde mit dessen Werbekampagne unter dem Motto "Einstieg-Aufstieg-Wachstum" enttäuscht, sagte Wetzel weiter. "Wir können im Moment nicht erkennen, dass der Arbeitgeberverband für Personaldienstleister ein ernsthaftes Interesse an fairen Regelungen für die Beschäftigten in der Leiharbeit hat", beklagte der IG-Metall-Vize. In Deutschland gebe es mittlerweile rund eine Million Leiharbeiter. Ihre Lohneinbußen gegenüber regulären Stellen lägen zwischen 20 und 40 Prozent. Nahezu 15 Prozent der Leiharbeiter seien als sogenannte Aufstocker wegen ihre geringen Einkünfte zusätzlich auf Hartz IV angewiesen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Das koste den Staat jährlich 700 Millionen Euro.

Leiharbeit dürfe aber nicht immer weiter reguläre Stellen verdrängen. Wetzel berichtete von einem Extremfall, bei dem ein Leiharbeiter zwölf Jahre für einen norddeutschen Flugzeugbauer tätig war. Die IG Metall setzte daher der Arbeitgeberkampagne ein Plakat mit dem Motto "Einstieg-Anstieg-Sackgasse" entgegen, das jetzt den regionalen Gewerkschaftsgliederungen angeboten werde.

dapd