Verteidigungsminister Thomas de Maizière spricht sich nach den jüngsten Anschlägen in Nordafghanistan für eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen für die deutschen Soldaten aus. Einen vollständigen Schutz bei einem solch gefährlichen Einsatz könne es nicht geben, sagte der CDU-Politiker am Montag dem Radiosender NDR Info.
De Maizière: Sicherheitsvorkehrungen für Bundeswehr überprüfen
Hamburg/Berlin (dapd). Verteidigungsminister Thomas de Maizière spricht sich nach den jüngsten Anschlägen in Nordafghanistan für eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen für die deutschen Soldaten aus. Einen vollständigen Schutz bei einem solch gefährlichen Einsatz könne es nicht geben, sagte der CDU-Politiker am Montag dem Radiosender NDR Info. "Aber so viel Schutz wie nur irgend möglich bei der Verfolgung der politischen und militärischen Ziele, das muss möglich sein."
Zu potenziellen Verbesserungen sagte der Minister, es gebe noch immer kein Verfahren, "dass Ortskräfte, die in von Deutschen geführten Lagern agieren, biometrisch überprüft werden". In diesem Bereich müsse schnell etwas getan werden. Mit der afghanischen Seite solle besprochen werden, dass es auch für deren Soldaten und Polizisten "scharfe Sicherheitsüberprüfungen" geben müsse.
De Maizière bekräftigte zugleich, an der bisherigen Afghanistan-Strategie festzuhalten. Weiterhin werde angestrebt, die Sicherheitsverantwortung bis Ende 2014 in afghanische Hände zu legen und Ende dieses Jahres die Zahl der deutschen Soldaten erstmals zu reduzieren. Es könne nicht sein, dass man sich sicherheitspolitisch von Terroristen und Kriminellen vorschreiben lasse, was man zu tun und zu lassen habe.
Der Minister verteidigte insbesondere die Kooperation mit afghanischen Sicherheitskräften: "Der Weg der Partnerschaft gemeinsam mit den Afghanen ist der einzige Weg, der jedenfalls eine Chance dafür bietet, dass die afghanische Sicherheit allmählich in eigene Hände übergehen kann."
dapd
