Die Zahl der Anfragen beim "Internationalen Suchdienst" (ITS) für Opfer der Nationalsozialisten ist das dritte Jahr in Folge gestiegen. Im vergangenen Jahr seien knapp 13.000 Auskünfte verlangt worden, teilte das ITS am Montag in Bad Arolsen mit. Knapp 10.000 oder 80 Prozent der Anfragen seien von Überlebenden der NS-Diktatur oder Familienangehörigen von Opfern gekommen.
Mehr Anfragen beim Suchdienst für NS-Opfer
Bad Arolsen (dapd). Die Zahl der Anfragen beim "Internationalen Suchdienst" (ITS) für Opfer der Nationalsozialisten ist das dritte Jahr in Folge gestiegen. Im vergangenen Jahr seien knapp 13.000 Auskünfte verlangt worden, teilte das ITS am Montag in Bad Arolsen mit. Knapp 10.000 oder 80 Prozent der Anfragen seien von Überlebenden der NS-Diktatur oder Familienangehörigen von Opfern gekommen. Zudem hätten sich unter anderem Forscher und Journalisten an den Dienst gewandt.
Die Anfragen kamen den Angaben zufolge aus 70 Ländern, zumeist aus Deutschland, Russland und Frankreich. Aus Osteuropa seien mehr Auskünfte verlangt worden, da das ITS seine Webseite seit Mai 2010 auch auf Russisch anbiete.
Das Interesse an der Dokumentation des ITS und am Thema der nationalsozialistischen Verfolgung halte unvermindert an, sagte ITS-Direktor Jean-Luc Blondel. Er bezeichnete die Beantwortung der Anfragen und die Digitalisierung der Bestände als die beiden obersten Prioritäten.
Im vergangenen Jahr beliefen sich die Ausgaben des Dienstes nach eigenen Angaben auf knapp 15 Millionen Euro. Sie seien durch den Bundeshaushalt getragen worden.
Das ITS dient Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und deren Angehörigen, indem er ihr Schicksal mithilfe seines Archivs dokumentiert. Es bewahrt diese historischen Zeugnisse auf und macht sie der Forschung zugänglich.
Geleitet und verwaltet wird das ITS vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, das sich Ende 2012 allerdings zurückziehen will. Neuer institutioneller Partner soll das Bundesarchiv werden, wie es hieß.
dapd
