Die deutsche Wirtschaft floriert und dennoch bleibt in der Gastronomie der Aufschwung aus. Mehr als ein Drittel der deutschen Gastwirte meldeten zwischen Oktober 2010 und März 2011 Verluste bei ihren Geschäften. Nach Ansicht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) trägt das Rauchverbot daran eine Mitschuld.
Gastgewerbe beklagt weiter Einbußen durch Rauchverbot
Berlin (dapd). Die deutsche Wirtschaft floriert und dennoch bleibt in der Gastronomie der Aufschwung aus. Mehr als ein Drittel der deutschen Gastwirte meldeten zwischen Oktober 2010 und März 2011 Verluste bei ihren Geschäften. Nach Ansicht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) trägt das Rauchverbot daran eine Mitschuld. Es sei auffällig, dass Bars und Kneipen noch höhere Umsatzrückgänge verkraften mussten als die Branche im Durchschnitt. Derzeit gibt es in allen Bundesländern Rauchverbote, jedoch sind diese unterschiedlich streng.
Die Einführung der ersten Rauchverbote 2007 hatte einer Studie zufolge starke Auswirkungen. Das Marktforschungsinstitut CHD-Expert (heute The Business Target Group) ermittelte im Jahr 2008 am Beispiel Niedersachsens und Baden-Württembergs, dass 58 Prozent der Gastronomiebetriebe einen Umsatzverlust erlitten hätten. Besonders stark betroffen waren der Umfrage zufolge die Einraumbetriebe. Diese hätten ohne Raucherlaubnis um ihre oft qualmende Stammbelegschaft bangen müssen.
Aufgrund zahlreicher Klagen wurden in den meisten Ländern die Verbote gelockert. So darf etwa ein Berliner Wirt seinen Gästen das Rauchen gestatten, wenn entweder ein abgetrennter Raum speziell dafür genutzt wird, oder wenn sein Betrieb weniger als 75 Quadratmeter fasst und er ihn als Raucherkneipe kennzeichnet. In Bayern und dem Saarland gibt es jedoch seit vergangenem Jahr solche Sonderregelungen nicht mehr. Dort gilt ein absolutes Rauchverbot in sämtlichen Gasträumen.
In Bayern seien es vor allem die Besitzer von Einraumkneipen, die über erhebliche Umsatzverluste klagten. "Gefühlt sind das die Verlierer der neuen Gesetze", sagte ein Sprecher der Dehoga-Bayern der Nachrichtenagentur dapd. Eine repräsentative Studie im Auftrag des Verbandes soll nun Klarheit darüber schaffen, wie stark die bayerischen Gastronomen unter dem absoluten Rauchverbot leiden. Die Ergebnisse werden im Juni erwartet. "Wir wollen die echten Fakten", sagte der Verbandssprecher.
Dabei seien die Gastwirte nicht prinzipiell gegen ein Rauchverbot. Die Mitglieder sind laut Dehoga gespalten. Gut die Hälfte stünde hinter dem Verbot. Der Dehoga-Bundesverband nennt das in den meisten Ländern geltende Rauchverbot mit Ausnahmen für Nebenräume und Eckkneipen sogar einen durchaus guten Kompromiss. Problematisch seien die strikten Verbote. Von der bayerischen Studie erhoffe man sich zu den tatsächlichen Auswirkungen wenigstens im Land klarere Einschätzungen.
dapd
