Der Autohersteller Volkswagen greift nach Zeitungsinformationen künftig auch ins operative Geschäft des Lkw-Konzern MAN ein. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Konzernkreise in ihrer Montagausgabe berichtete, soll Audi-Vorstand Ulf Berkenhagen als Einkaufschef zu MAN wechseln. Zugleich bekomme er einen Vorstandsposten.
Berkenhagen zu MAN?
Hamburg (dapd). Der Autohersteller Volkswagen greift nach Zeitungsinformationen künftig auch ins operative Geschäft des Lkw-Konzern MAN ein. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Konzernkreise in ihrer Montagausgabe berichtete, soll Audi-Vorstand Ulf Berkenhagen als Einkaufschef zu MAN wechseln. Zugleich bekomme er einen Vorstandsposten. "Dadurch werden MAN-Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen und die anderen Vorstände künftig noch enger von Volkswagen kontrolliert", sagte ein MAN-Mitarbeiter dem Blatt. MAN und VW wollten sich gegenüber der Zeitung nicht zu den Plänen äußern.
Mit der Bestellung seines Vertrauten Berkenhagen brüskiert VW-Patriarch Ferdinand Piëch der Zeitung zufolge den MAN-Vorstand. Das Gremium sei nicht über die Pläne informiert worden. Zudem dehne Volkswagen seine Macht bei MAN erneut aus. Erst vor knapp drei Wochen hatte der DAX-Konzern ein Übernahmeangebot für das Münchner Unternehmen abgegeben, nachdem er zuvor seinen Anteil von 29,9 auf 30,47 Prozent aufgestockt hatte.
Berkenhagen soll nach Informationen der Zeitung bei MAN dafür sorgen, dass die Synergien im Einkauf zwischen MAN und dem Lkw-Bauer Scania gehoben werden können. In der Vergangenheit habe nicht nur das Kartellrecht einer Kooperation von Scania und MAN enge Grenzen gesetzt; die Zusammenarbeit sei vielmehr auch durch starke Rivalitäten zwischen den LKW-Konzernen behindert worden.
dapd
