In der schwarz-gelben Koalition Bayerns sorgt der Streit über den Atomausstieg weiter für Spannungen. Die bayerische FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß kritisierte am Sonntag in scharfer Form das Vorgehen von Ministerpräsident Horst Seehofer und Umweltminister Markus Söder. Es sei "unter aller Kanone", was sich die beiden CSU-Politiker "geleistet haben".
FDP attackiert Seehofer und Söder
München (dapd-bay). In der schwarz-gelben Koalition Bayerns sorgt der Streit über den Atomausstieg weiter für Spannungen. Die bayerische FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß kritisierte am Sonntag in scharfer Form das Vorgehen von Ministerpräsident Horst Seehofer und Umweltminister Markus Söder. Es sei "unter aller Kanone", was sich die beiden CSU-Politiker "geleistet haben".
Gruß bezeichnete es im Bayerischen Fernsehen als "populistisch", dass die CSU-Spitze einen Atomausstieg spätestens bis zum Jahr 2022 fordert. Es wundere sie nicht, dass Seehofer auch in den eigenen Reihen Schwierigkeiten habe. Die FDP-Politikern fügte hinzu: "So geht's nicht - weder mit uns noch mit der eigenen Partei."
Gruß verwies darauf, dass sich die FDP im bayerischen Kabinett erfolgreich gegen eine Festlegung auf die Jahreszahl 2022 gewehrt hat. Man brauche eine "Energiewende mit Vernunft", die bezahlbar sei und Versorgungssicherheit gewährleiste.
Die FDP-Politikerin kritisierte auch insgesamt das Verhalten der CSU gegenüber den Liberalen. Seit Beginn der schwarz-gelben Koalition in Bayern habe die CSU "nur ein Ziel: uns wieder rauszudrängen". Die Bürger fänden es aber gut, dass die FDP mit an der Regierung sei.
Gruß nannte das Verhalten der CSU im Atomstreit "typisch - die haben es einfach immer noch nicht verstanden, dass sie nicht allein regieren". Deshalb sei es umso wichtiger, dass die FDP jetzt deutlich gemacht habe, dass die Energiewende "ohne uns nicht geht und dass sie uns ins Boot holen müssen".
dapd
