Rote Rosen nach Athen

Rote Rosen nach Athen

Um das vorneweg zu sagen: Nein, rote Rosen hat Angela Merkel nicht auf die Akropolis geschickt. Danach steht ihr auch gar nicht der Sinn, denn bei all dem Sirtaki, den die Griechen aufgeführt haben, hat ihr nicht einmal der schwere geharzte Weißwein Retsina die Sinne vernebelt.

Merkel blieb nüchtern und hat die Griechen dazu aufgefordert, die eigenen Hausaufgaben zu machen, sprich „sparen, sparen, sparen“ und vor allem, alle Tricksereien künftig zu lassen. Nur so könne das ausgabenfreudige Völkchen am östlichen Rande der EU wieder in die Herzen der Gemeinschaft aufgenommen werden. Recht hat sie, die Kanzlerin. Wo kämen wir da hin, wenn wir die Schulden eines jeden Zockerstaates übernehmen müssten?

Bei näherer Betrachtung allerdings stellt sich ein schales Beigeschmäckchen ein: Griechenland gibt pro Jahr gut vier Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Militärausgaben aus – andere EU-Staaten lediglich ein bis eineinhalb Prozent. Und wer liefert rund ein Drittel aller gepanzerten Fahrzeuge und U-Boote an die sonnigen Küsten Hellas? Sie ahnen es: die deutsche Rüstungsindustrie. So jedenfalls informiert uns das Friedensforschungsinstitut Sipri. Nur die Türkei ordert noch mehr deutsche Wehrtechnik.

Verflixt: Wie ist das Leben manchmal doch kompliziert! Da hat die Kanzlerin schon mal eine eindeutige Meinung und schon sitzt sie zwischen den Stühlen der EU-Finanzen und der deutschen Exportwirtschaft. Unangenehm aber auch.

rom