Proteste in mehreren Städten Bayerns und Niedersachsen Studenten demonstrieren gegen Studiengebühren

Rund 2.500 bayerische und niedersächsische Studenten haben am Donnerstag für die Abschaffung von Studiengebühren demonstriert. In München gingen rund 1.000 Personen auf die Straße, in Erlangen waren es etwa 500 und in Würzburg rund 300, wie die Polizei mitteilte. In Göttingen beteiligten sich nach Angaben des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) 800 Menschen.

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Studenten demonstrieren gegen Studiengebühren

München/Göttingen (dapd). Rund 2.500 bayerische und niedersächsische Studenten haben am Donnerstag für die Abschaffung von Studiengebühren demonstriert. In München gingen rund 1.000 Personen auf die Straße, in Erlangen waren es etwa 500 und in Würzburg rund 300, wie die Polizei mitteilte. In Göttingen beteiligten sich nach Angaben des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) 800 Menschen. Die Polizei sprach von 400 Teilnehmern.

Während immer mehr Bundesländer die Studiengebühren abschafften, hielten Niedersachsen und Bayern daran fest, kritisierte AStA-Referent Patrick Michaelis in Göttingen. Studiengebühren schränkten die Studenten in ihrem Leben ein. Viele Studierende würden gezwungen, schlecht bezahlte Teilzeitarbeit anzunehmen. Einige müssten sogar zwangsweise Kredite aufnehmen.

In Bayern erhielten die Studenten Rückendeckung von Sozialdemokraten und Grünen. Die SPD-Hochschulexpertin Isabell Zacharias warnte, dass Studienbeiträge die bestehenden sozialen Barrieren weiter erhöhten. Auch die Grünen sehen die Gefahr der sozialen Ausgrenzung. "Gerade junge Menschen aus Nichtakademikerfamilien werden durch Studiengebühren stärker abgeschreckt, ein Studium aufzunehmen", sagte die Sprecherin der Grünen Jugend, Dimitra Kostimpas.

Der SPD-Hochschulpolitiker Christoph Rabenstein warf der Staatsregierung vor, mit den Studiengebühren dem Wirtschaftsstandort Bayern zu schaden. Rabenstein warnte zudem vor einer Abwanderung der Studenten.

Nach Angaben des Deutschen Studentenwerks, werden in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern keine Studiengebühren erhoben. In Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wurde die Abschaffung der Gebühren bereits beschlossen.

dapd