Außenminister Guido Westerwelle hat die gegenwärtige Krise als Bewährungsprobe für Europa bezeichnet. "Es entscheidet sich in diesen Zeiten wieder einmal die Zukunft Europas", sagte der FDP-Politiker am Donnerstag beim Europa-Forum des WDR im Auswärtigen Amt. Westerwelle wies zugleich die Einschätzung zurück, es gebe in Europa eine Währungskrise.
"Es entscheidet sich in diesen Zeiten wieder einmal die Zukunft Europas"
Berlin (dapd). Außenminister Guido Westerwelle hat die gegenwärtige Krise als Bewährungsprobe für Europa bezeichnet. "Es entscheidet sich in diesen Zeiten wieder einmal die Zukunft Europas", sagte der FDP-Politiker am Donnerstag beim Europa-Forum des WDR im Auswärtigen Amt. Westerwelle wies zugleich die Einschätzung zurück, es gebe in Europa eine Währungskrise. Es handele sich vielmehr um eine Schuldenkrise. Wichtig sei nun, die Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Länder zu stärken.
Der Außenminister zeigte sich besorgt über Tendenzen zur Renationalisierung in einigen europäischen Ländern. Er verwies auf Überlegungen in Dänemark, wieder Grenzkontrollen einzuführen. Ähnliche Diskussionen gebe es auch in anderen Ländern.
Westerwelle wandte sich scharf gegen eine Aufteilung Europas "in Fleißige und Faule". "Die Behauptung, es gebe Länder, die seien fauler als andere, und das sei das Problem, das ist barer Unfug." Es dürfe nicht vergessen werde, was Europas Krisenländer an Anstrengungen unternähmen, um ihre Lage zu verbessern. Westerwelle wollte seine Worte allerdings nicht als Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verstanden wissen. Diese hatte vor kurzem gesagt, einige Länder Südeuropas hätten zu großzügige Urlaubs- und Rentenregelungen.
"Europa ist erst dann errungen, wenn auch die Generation, die keinen Krieg und keine Not nach dem krieg erlebt hat, verstanden hat, warum Europa so wichtig ist", sagte Westerwelle. Er wolle jungen Menschen vermitteln, dass Europa nicht selbstverständlich sei.
dapd
