Angesichts immer neuer Streiks der Lokführer hat der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG an die Mitarbeiter der Bahnen appelliert, der Lokführergewerkschaft GDL den Rücken zu kehren.
Eisenbahngewerkschaft ruft Belegschaften zur Abkehr von der GDL auf
Osnabrück (dapd). Angesichts immer neuer Streiks der Lokführer hat der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG an die Mitarbeiter der Bahnen appelliert, der Lokführergewerkschaft GDL den Rücken zu kehren. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte EVG-Chef Alexander Kirchner, er halte es für die "einzige Möglichkeit, dass sich die Menschen in den Verkehrsbetrieben für ein solidarisches Gewerkschaftsmodell entscheiden und gegen die Spaltung in den Belegschaften".
Ohnehin handele es sich bei den jüngsten Streiks bei den Privatbahnen "nicht mehr um einen Tarif-, sondern um einen Organisationskonflikt". Dabei gehe es um viel mehr als die Frage nach "zwei, drei, vier oder zehn Prozent mehr Lohn". Die Gewerkschaft der Lokführer schiebe die Tariffrage als Vorwand für weitere Streiks nur vor. "In Wirklichkeit pocht sie auf das Recht, als einzige Gewerkschaft für die Lokführer in Deutschland sprechen zu dürfen", kritisierte Kirchner.
Gleichzeitig verteidigte er Streiks bei den Bahnen im Grundsatz. "Wie wollen wir sonst Druck ausüben, wenn nicht so?" Bei der Bahn habe es allerdings eine besondere Note. "Es gibt kaum eine andere Unternehmensgruppe, die so im öffentlichen Fokus steht." So habe die GDL zum Beispiel vor rund vier Wochen am gleichen Tag gestreikt wie die Lehrer. Am Ausstand der GDL seien 150 bis 200 Lokführer beteiligt gewesen. "Auf der anderen Seite waren es 10.000 Lehrer. In der 'Tagesschau' wurde über die Lokführer berichtet, über die Lehrer jedoch nicht.
dapd