Spitzenvertreter der Linkspartei haben die Anwerbeversuche der SPD-Führung barsch zurückgewiesen. Parteivizechefin Sahra Wagenknecht sagte der "Berliner Zeitung", sie halte das Vorpreschen von SPD-Chef Sigmar Gabriel für ein aussichtsloses Unterfangen.
Linkspartei weist SPD-Anwerbeversuche zurück
(dapd). Spitzenvertreter der Linkspartei haben die Anwerbeversuche der SPD-Führung barsch zurückgewiesen. Parteivizechefin Sahra Wagenknecht sagte der "Berliner Zeitung", sie halte das Vorpreschen von SPD-Chef Sigmar Gabriel für ein aussichtsloses Unterfangen. "Es gibt überhaupt keinen Grund für Linke, sich einer SPD anzuschließen, die unverändert zu Hartz IV und Rentenprivatisierung steht und womöglich Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten ausrufen wird", sagte Wagenknecht.
Die stellvertretende Linkspartei-Chefin Halina Wawzyniak verwies darauf, dass die SPD "alle Jubeljahre wieder" versuche, die Linke zu spalten. "Und je erfolgloser sie dabei ist, desto lauter wird sie", sagte Wawzyniak dem Blatt. Sie glaube eher an einen gegenteiligen Effekt: "Das schweißt uns zusammen", sagte Wawzyniak, die als eine Hauptinitiatorin informeller Gespräche zwischen sozialdemokratischen, linken und grünen Parlamentariern gilt.
Der konservative Seeheimer Kreis unterstützte den Anwerbeversuch Gabriels. "Der Parteichef hat Recht", sagte Seeheimer-Sprecher Johannes Kahrs der selben Zeitung. "Es gibt auch in der Linkspartei, vor allem im Osten, viele, die sehr vernünftig sind." Er selbst habe vor 20 Jahren dafür gestritten, ehemalige SED-Mitglieder nicht in die SPD aufzunehmen, sagte Kahrs: "Aber ich habe gelernt, dass das falsch war."
dapd
