Schiffbau-Verband fordert Politik und Banken vor der Nationalen Maritimen Konferenz zum Handeln auf "Dem Wettbewerb gegen fernöstliche Staatskassen schutzlos ausgeliefert"

Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) fordert von Politik und Banken ein klares Bekenntnis zum Werftenstandort Deutschland. "Die deutschen Unternehmen der Schiffbauindustrie sind dem Wettbewerb gegen fernöstliche Staatskassen faktisch schutzlos ausgeliefert", sagte VSM-Hauptgeschäftsführer Werner Lundt am Mittwoch in Hamburg der Nachrichtenagentur dapd.

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"Dem Wettbewerb gegen fernöstliche Staatskassen schutzlos ausgeliefert"

Hamburg/Wilhelmshaven (dapd). Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) fordert von Politik und Banken ein klares Bekenntnis zum Werftenstandort Deutschland. "Die deutschen Unternehmen der Schiffbauindustrie sind dem Wettbewerb gegen fernöstliche Staatskassen faktisch schutzlos ausgeliefert", sagte VSM-Hauptgeschäftsführer Werner Lundt am Mittwoch in Hamburg der Nachrichtenagentur dapd.

Vor der am Freitag in Wilhelmshaven beginnenden 7. Nationalen Maritimen Konferenz erhofft sich Lundt eine Neujustierung der nationalen Schiffbaupolitik. "Die Bundesregierung muss wieder eindeutig Flagge zeigen für die maritime Wirtschaft und ihre Politik noch stärker an der aktuellen wirtschaftlichen Situation ausrichten", sagte er.

Zugleich stellte Lundt klar, dass der deutsche Schiffbau die Wirtschaftskrise noch nicht überstanden habe. Verantwortlich dafür machte er die "überschaubare" Unterstützung in Deutschland, die zu einer Zementierung bestehender Wettbewerbsverzerrungen geführt habe. Die Bundesregierung sei daher gefordert, ihre Zurückhaltung hinsichtlich des "unfairen Verdrängungswettbewerbs" aufzugeben und Sanktionsmechanismen zu entwickeln.

Hinzu komme die angespannte Situation im Finanzierungsbereich. "Der Schiffbau ist durch die Krise für die Banken zu einer Branche mit hoher Risikobewertung geworden, was bei vielen Banken zu großer Zurückhaltung geführt hat. Attraktive Finanzierungsbedingungen sind jedoch unverzichtbar für die Akquisition neuer Aufträge", sagte Lundt.

Vor diesem Hintergrund bezeichnete er die Fokussierung der deutschen Schiffbauindustrie auf den Spezialschiffbau als alternativlos. "Die hiesigen Unternehmen haben nur eine Chance, wenn sie ihren technologischen Vorsprung halten, ausbauen und sich auf Marktsegmente konzentrieren, in denen die auf Serienschiffbau ausgerichteten Schiffbauunternehmen in Asien weniger wettbewerbsfähig sind", sagte Lundt.

dapd