Der schwedische Autohersteller Volvo ist nach dem Verkauf durch Ford an den chinesischen Konzern Geely 2009 wieder auf die Überholspur gewechselt. Im Vorjahr wurde mit einem weltweiten Absatzwachstum um 11,6 Prozent auf 373.525 Pkw ein Gewinn von knapp 260 Millionen Euro erwirtschaftet.
Volvo kehrt in die Gewinnzone zurück
Frankfurt/Main (dapd). Der schwedische Autohersteller Volvo ist nach dem Verkauf durch Ford an den chinesischen Konzern Geely 2009 wieder auf die Überholspur gewechselt. Im Vorjahr wurde mit einem weltweiten Absatzwachstum um 11,6 Prozent auf 373.525 Pkw ein Gewinn von knapp 260 Millionen Euro erwirtschaftet und die erfolgreiche Entwicklung mit 106.800 Zulassungen und 71 Millionen Euro Gewinn im ersten Quartal 2011 fortgesetzt, wie der Geschäftsführer von Volvo Car Germany, Bernhard Bauer, bei der Vorstellung neuer Modelle kürzlich nahe Frankfurt am Main sagte. Ertragszahlen für Deutschland nannte er nicht. Jedoch wolle der Premium-Hersteller seine Pkw-Zulassungen hierzulande bis Jahresende um 26 Prozent auf 33.000 steigern und einen Pkw-Markanteil von über einem Prozent halten, sagte Bauer.
Nach den ersten vier Monaten verzeichne Volvo ein Zulassungsplus zum Vorjahr von 41,9 Prozent auf 11.652 Pkw und 1,1 Prozent Marktanteil, hob Bauer hervor. Große Zuwächse von 105 Prozent zum Vorjahr im Januar und fast 77 Prozent im Februar gingen auf schwache Monatsergebnisse 2010 zurück, jedoch weise Volvo seit Februar vorigen Jahres bessere Zulassungsraten als im Marktdurchschnitt auf.
Eventuell könne man das Jahresziel sogar leicht übertreffen, wenn es gelinge, die Produktion auf jetzigem Stand zu halten, fügte der Volvo-Deutschland-Chef hinzu. Im Unterschied zu anderen Herstellern hätten sich die Volvo-Lieferzeiten kaum verlängert. Hinzu komme, dass die Marke beim neuen chinesischen Eigner Zhenjiang Geely Holding Group eine Art Alleinstellungsposition habe und nicht wie früher bei Ford "eine Entwicklung von oben übergestülpt " bekomme.
Ford hatte Volvo 1999 übernommen, die Premium-Tochter aber nach Rekordverlusten von 16,4 Milliarden US-Dollar 2008, darunter 1,4 Milliarden bei Volvo Cars, zur Überwindung der Liquiditätsprobleme in der US-Autokrise 2009 an Geely verkauft. Das Pekinger Unternehmen gilt als größter chinesischer Hersteller und will sich nach Branchenberichten mit Volvo neue Kunden und Technologien erschließen.
Die besonders sparsamen DRIVe-Varianten erreichen Bauer zufolge einen wachsenden Anteil an den Volvo-Verkäufen in Deutschland. Speziell im Bereich der Gewerbekunden stoße man mit diesen emissionsarmen Fahrzeugen auf großes Interesse. Die neue Sportlimousine S60 und der neue Sportkombi V60 sollen mit einem 115 PS-Turbodiesel einen Normverbrauch von 4,3 beziehungsweise 4,5 Litern auf 100 Kilometer ermöglichen, was 114 oder 119 Gramm CO2-Emission je Kilometer entspricht. Daher erwarte Volvo bei beiden neuen Modellen einen DRIVe-Verkaufsanteil von 25 Prozent.
dapd
