Bundespräsident Christian Wulff hat erneut die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft für die Proteste in der arabischen Welt gefordert. Demokratie, Freiheit und Recht könnten sich oft erst in einem langwierigen Prozess durchsetzen, sagte Wulff am Dienstag bei einem Besuch des Hambacher Schlosses.
Wulff fordert Unterstützung für Demokratie in arabischen Ländern
Worms (dapd-rps). Bundespräsident Christian Wulff hat erneut die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft für die Proteste in der arabischen Welt gefordert. Demokratie, Freiheit und Recht könnten sich oft erst in einem langwierigen Prozess durchsetzen, sagte Wulff am Dienstag bei einem Besuch des Hambacher Schlosses. Die überwiegend jungen Menschen, die in arabischen Ländern für ihre Freiheit kämpften, müssten in ihrem Streben bestärkt werden.
Wulff besuchte das Schloss, das seit dem sogenannten Hambacher Fest im Jahre 1832 als Wiege der deutschen Demokratie gilt, am Dienstag gemeinsam mit 200 Diplomaten auf einer Reise durch Rheinland-Pfalz. Start der traditionellen Informations- und Begegnungsreise des Diplomatischen Korps war die Stadt Worms. Dort trug sich der Bundespräsident in das Goldene Buch der Stadt ein und wurde von Kardinal Karl Lehmann im Dom empfangen. Im Anschluss besuchte Wulff mit der Gästegruppe die BASF in Ludwigshafen, um sich dort mit Auszubildenden zu treffen.
In Worms betonte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), dass der Besuch der Delegation eine "wirkliche Ehre" für Rheinland-Pfalz sei. Zugleich biete sich die Chance, Rheinland-Pfalz durch die Diplomaten in aller Welt bekannt zu machen.
Für Beck setzte der Besuch Wulffs auch ein wichtiges Zeichen für den Vorstoß von Mainz, Worms und Speyer, den UNESCO-Welterbetitel zu bekommen. Die drei Städte am Rhein gelten als religiöses und kulturelles Zentrum des Judentums im 11. und 12. Jahrhundert in Europa. Seit 2005 wird von ihnen gemeinsam der UNESCO-Welterbetitel angestrebt. Es sei in diesem Zusammenhang "sehr hilfreich", wenn der Präsident informiert sei, betonte Beck.
Bei seinem Besuch des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen hob Wulff die wichtige Stellung der Chemiebranche bei der Bekämpfung des Hungers in der Welt hervor. In 30 Jahren werde es neun bis zehn Milliarden Menschen auf der Erde geben. Das bringe sicherlich Probleme bei der Ernährung, der Mobilität und der Energieversorgung mit sich, unterstrich der Bundespräsident. Um zu verhindern, dass Menschen an Hunger leiden, benötige man unter anderem Techniken wie die der Chemie.
Zur Informations- und Begegnungsreise sind die Missionschefs des Diplomatischen Korps und der in Deutschland vertretenen internationalen Organisationen eingeladen. Die Reise soll den Austausch mit den ausländischen Repräsentanten intensivieren, ihr Deutschlandbild bereichern und Brücken zu Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik in Deutschland bauen. Die Tour führt jährlich in ein anderes Bundesland: 2008 war Bayern das Ziel, 2009 reiste die Delegation nach Nordrhein-Westfalen und 2010 war Thüringen Gastgeber.
dapd
