Bericht soll binnen drei Wochen vorliegen Uni Bonn prüft kurzfristig Plagiatsverdacht gegen FDP-Politiker

Die Universität Bonn will möglichst rasch über die Plagiatsvorwürfe gegen die Doktorarbeit des Europa-Abgeordneten Jorgo Chatzimarkakis (FDP) entscheiden. Eine Arbeitsgruppe werde in den kommenden Tagen die Promotion prüfen, erklärte der Dekan der Philosophischen Fakultät, Günther Schulz, am Dienstag in Bonn.

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Uni Bonn prüft kurzfristig Plagiatsverdacht gegen FDP-Politiker

Bonn (dapd-nrw). Die Universität Bonn will möglichst rasch über die Plagiatsvorwürfe gegen die Doktorarbeit des Europa-Abgeordneten Jorgo Chatzimarkakis (FDP) entscheiden. Eine Arbeitsgruppe werde in den kommenden Tagen die Promotion prüfen, erklärte der Dekan der Philosophischen Fakultät, Günther Schulz, am Dienstag in Bonn. Ihr Bericht soll binnen drei Wochen vorliegen und der Fakultät als Grundlage für eine abschließende Entscheidung des Falls dienen.

Chatzimarkakis selbst hatte sich an Schulz gewandt und gebeten, seine Doktorarbeit dahingehend zu überprüfen, "ob sie den Ansprüchen der Universität Bonn an gutes wissenschaftliches Arbeiten genügt". Die jüngsten Debatten über Doktorarbeiten deutscher Politiker hätten ihn zu dem Schritt veranlasst, teilte er dem Dekan weiter mit.

Die Plagiatsfahnder von "VroniPlag" wollen inzwischen auf über 55 Prozent der Seiten von Chatzimarkakis' Doktorarbeit Plagiate gefunden haben. Der Politiker hatte erklärt, in seiner Promotion habe er "nach aktueller Prüfung" verschiedene Zitierweisen verwendet. Dies schaffe Raum für Spekulationen.

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war der Doktortitel entzogen worden. Inzwischen ist auch die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), Veronica Saß, ihren Doktortitel los. Die ebenfalls unter Plagiatsverdacht stehende FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin legte alle Parteiämter nieder und trat als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments zurück.

Die Arbeit von Chatzimarkakis mit dem Titel "Informationeller Globalismus. Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des Elektronischen Geschäftsverkehrs" wurde im Februar 2000 von der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn anerkannt. Gutachter waren Professor Detlev Karten und Professor Uwe Holtz.

dapd