Nach dem verpassten Wiedereinzug in die Bremer Bürgerschaft rechnet die FDP-Spitze mit einer längeren Durststrecke für die Partei. "Vertrauen zurückzugewinnen, das geht nicht von heute auf morgen", sagte der neue FDP-Chef Philipp Rösler am Montag nach Beratungen der FDP-Gremien in Berlin. Was man eineinhalb Jahre erlebt habe, könne nicht in einer Woche gedreht werden.
FDP rechnet nach Wahlschlappe nicht mit schnellem Comeback
Berlin (dapd). Nach dem verpassten Wiedereinzug in die Bremer Bürgerschaft rechnet die FDP-Spitze mit einer längeren Durststrecke für die Partei. "Vertrauen zurückzugewinnen, das geht nicht von heute auf morgen", sagte der neue FDP-Chef Philipp Rösler am Montag nach Beratungen der FDP-Gremien in Berlin. Was man eineinhalb Jahre erlebt habe, könne nicht in einer Woche gedreht werden. "Jetzt geht erst die Arbeit los", appellierte Rösler an seine Partei. Gerade für die Stimmungslage auf Bundesebene müsse noch einiges getan werden.
Nach wochenlangen Querelen hatten sich die Liberalen Mitte Mai auf einem Parteitag in Rostock personell neu aufgestellt. Rösler folgte auf den langjährigen Parteichef Guido Westerwelle. Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen am Sonntag kam die FDP laut offizieller Hochrechnung vom Montagmittag auf 2,5 Prozent. 2007 erreichte die Partei noch sechs Prozent. Das offizielle Wahlergebnis steht voraussichtlich erst am Mittwoch fest.
Der neue Fraktionschef der Liberalen, Rainer Brüderle, räumte die Wahlschlappe ein. Ein Wahlergebnis unter drei Prozent sei ganz ohne Frage ein sehr schlechtes Resultat. Das könne man aber der Neuformation nicht anlasten. Politik sei "eine auf längere Sicht angelegte Arbeit".
Ungünstige Wahlbedingungen in Bremen
Auch Generalsekretär Christian Lindner sieht die Liberalen vor einem weiten Weg. "Das wird noch einige Zeit brauchen, bis wir in der neuen Aufstellung auch wieder Vertrauen gewonnen haben", sagte Lindner im Hörfunksender MDR Info. "Das wird nur dann gehen, wenn wir zeigen, dass wir im Regierungshandeln in Berlin gute Arbeit machen."
Lindner sagte, in Bremen sei zudem eine schwierige landespolitische Situation hinzugekommen. Die FDP habe dort keine Gestaltungsperspektive gehabt und sei für die Regierungsbildung nicht gebraucht worden.
Parteichef Rösler bestätigte, aufgrund der Bremer Vorgeschichte sei er von der Wahlniederlage nicht überrascht. Die FDP verlor während der vergangenen Legislaturperiode ihren Fraktionsstatus, weil ein Abgeordneter aus der Partei austrat. Es sei nicht gelungen, dass in der Kürze der Zeit wieder wettzumachen, sagte der Wirtschaftsminister.
Der FDP-Spitzenkandidat in Bremen, Oliver Möllenstädt, gab sich enttäuscht. Er habe sich mehr versprochen, sagte der FDP-Politiker in Berlin. Das Ergebnis der Bürgerschaftswahl sei dennoch unter dortigen Wahlbedingungen zu erwarten gewesen. Die FDP müsse "mehr in Bremen machen" und sich hier neu aufstellen, sagte Möllenstädt.
dapd
