Die katholischen Bischöfe und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) setzen große Hoffnungen in das ökumenische Treffen während des Deutschlandbesuchs von Papst Benedikt XVI. im Herbst.
Warten auf den Papstbesuch
Bonn (dapd). Die katholischen Bischöfe und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) setzen große Hoffnungen in das ökumenische Treffen während des Deutschlandbesuchs von Papst Benedikt XVI. im Herbst. "Wir hoffen gemeinsam, dass von Gespräch und Gottesdienst wichtige Impulse für den weiteren Weg der beiden großen Kirchen in unserem Land ausgehen", sagten der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Robert Zollitsch, am Montag.
Das Programm des etwa eineinhalbstündigen Treffens am 23. September in Erfurt steht mittlerweile. Der Papst wird um 11.45 Uhr durch Präses Schneider am Eingang des Kreuzganges des Augustinerklosters begrüßt. Danach treffen sich Delegationen beider Kirchen im Kapitelsaal. Sowohl Schneider als auch Benedikt XVI. werden eine Ansprache halten, an die sich ein "kurzer allgemeiner Meinungsaustausch" anschließen soll. Die Zusammensetzung der jeweils 15-köpfigen Delegationen steht laut Bischofskonferenz noch nicht fest.
Auf die etwa halbstündige Begegnung folgt in der Kirche des Augustinerklosters mit einer Gemeinde aus etwa 300 geladenen Gästen ein ökumenischer Wortgottesdienst. An ihm nehmen auch Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) teil. Nach der Eröffnung durch den Ratsvorsitzenden wird die Präses der Synode der EKD, Katrin Göring-Eckardt, den Papst und die Gemeinde mit einem geistlichen Wort begrüßen. Papst Benedikt XVI. wird ein Gebet für die Einheit der Christen sprechen und die Predigt halten. Ein Fürbittgebet, das "Vater unser" und der Schlusssegen schließen den Gottesdienst ab.
Zollitsch und Schneider betonten, zur Ökumene gebe es für beide Seiten keine Alternative: "Deshalb ist es gut, mit Papst Benedikt XVI. über Perspektiven für das ökumenische Miteinander zu reden." Beide sehen im Augustinerkloster einen "stimmigen" Ort für das Gespräch. Reformator Martin Luther selbst gehörte als katholischer Mönch von 1505 bis 1511 zum dortigen Konvent. Seit der Reformationszeit ist das Augustinerkloster ein evangelisches Zentrum für Bildung und Frömmigkeit.
dapd
