Der Wettbewerb auf der Schiene kommt nach Ansicht der Konkurrenten der Deutschen Bahn AG nur schleppend voran. Die Trennung von Netz und Betrieb bei dem Staatskonzern überzeuge nach wie vor nicht, beklagte die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr am Montag in Berlin bei der Vorstellung eines Gutachtens zum Stand des Wettbewerbs.
Privatbahnen mahnen Trennung von Netz und Betrieb an
Berlin (dapd). Der Wettbewerb auf der Schiene kommt nach Ansicht der Konkurrenten der Deutschen Bahn AG nur schleppend voran. Die Trennung von Netz und Betrieb bei dem Staatskonzern überzeuge nach wie vor nicht, beklagte die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr am Montag in Berlin bei der Vorstellung eines Gutachtens zum Stand des Wettbewerbs. Außerdem gehe wegen steigender Anforderungen die Zahl der Bieter bei öffentlichen Ausschreibungen stark zurück; oft sei neben der DB nur noch ein Bieter in der Lage, die Bedingungen zu erfüllen.
25,1 Prozent betrage der Anteil privater Unternehmen derzeit im Schienengüterverkehr, sagte der Gutachter der Berliner Beratungsfirma KCW, Michael Holzhey. Im Personennahverkehr belaufe sich der Anteil auf etwa 12,5 Prozent, im Personenfernverkehr sei er zu vernachlässigen. Dort will allerdings ein privates Unternehmen ab Herbst einen "Hamburg-Köln-Express" mit drei täglichen Zugpaaren zwischen den beiden Metropolen anbieten, was den Bahn-AG-Anteil unter 98 Prozent drücke.
Als Begründung für die Benachteiligung führten die Privatbahnen unter anderem die seit mehreren Jahren stetig gestiegenen Trassen- und Stationsentgelte an, die von der DB Netz AG in Rechnung gestellt würden. Diese erwirtschafte steigende Gewinne, der dann zumindest teilweise in Form einer Dividende an den Eigentümer Bund abgeführt werde.
dapd
