Die Zahl der Arbeitslosen wird nach Einschätzung von Volkswirten im Mai unter drei Millionen fallen und im Jahresverlauf auch nicht mehr über diese Marke steigen. Hauptgründe für die positive Entwicklung seien das kräftige Wirtschaftswachstum und die sehr starke Nachfrage nach Arbeitskräften in den Unternehmen, sagten Arbeitsmarktexperten am Montag der Nachrichtenagentur dapd.
Volkswirte sagen für Mai unter drei Millionen Arbeitslose voraus
Nürnberg (dapd). Die Zahl der Arbeitslosen wird nach Einschätzung von Volkswirten im Mai unter drei Millionen fallen und im Jahresverlauf auch nicht mehr über diese Marke steigen. Hauptgründe für die positive Entwicklung seien das kräftige Wirtschaftswachstum und die sehr starke Nachfrage nach Arbeitskräften in den Unternehmen, sagten Arbeitsmarktexperten am Montag der Nachrichtenagentur dapd.
Zuletzt war die Zahl der Menschen ohne Job im November 2010 unter drei Millionen gesunken. In einem Mai war dies seit 1992 nicht mehr der Fall.
Zwar werde die Arbeitslosigkeit im Sommer mit den Werks- und Schulferien und im Dezember durch den Winter wieder steigen. "Das reicht aber bei weitem nicht aus, um über drei Millionen zu kommen", sagte Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW).
Als Entlastung für den Arbeitsmarkt sieht er neben der Frühjahrs- und Herbstbelebung auch die schrumpfende Bevölkerungsentwicklung, die durch Zuwanderung aus Osteuropa zunächst nicht ausgeglichen werden könne.
Schäfer erwartet für Mai einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um etwa 140.000 auf 2,938 Millionen. Er geht zudem davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im Oktober/November auf unter 2,6 Millionen sinken könnte.
Rolf Schneider von der Allianz Economic Research sagt einen Rückgang in gleicher Höhe voraus. "Das ist aber keine zu optimistische Prognose, weil wir davon ausgehen, dass sich das bisherige Tempo der Besserung nicht fortsetzt", betont er. Gleichwohl spricht auch er von einem sehr kräftigen Beschäftigungsaufbau in fast allen Branchen, der bis Herbst zu einem Abbau der Arbeitslosigkeit auf 2,6 bis 2,7 Millionen führen dürfte.
"Die drei Millionen werden in diesem Jahr nicht mehr erreicht", erklärte auch er. Mit einem solchen Anstieg sei erst wieder im Januar oder Februar 2012 zu rechnen, wenn die Arbeitslosigkeit wetterbedingt ohnehin immer am höchsten sei.
Einen Grund für das gute Abschneiden des Arbeitsmarktes sieht Volkswirtin Ulrike Rondorf von der Commerzbank auch darin, dass in der Krise letztlich doch mehr Menschen als befürchtet ihre Stelle behalten konnten. Ihr Institut erwartet für Mai einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 100.000.
Im April war die Zahl der Menschen ohne Job um 132.000 auf 3,078 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote hatte sich um 0,3 Punkte auf 7,3 Prozent reduziert. Die Mai-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) am 31. Mai in Nürnberg bekannt.
dapd
