Der Osten holt auf, bleibt aber schwächer als der Westen

Bundesländerranking misst Wirtschaftskraft und Wohlstand

Der Osten holt auf, bleibt aber schwächer als der Westen

Im aktuellen Bundesländerranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wird deutlich, dass zwei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung die neuen Bundesländer wirtschaftlich aufholen.

In den Jahren 2005 bis 2008 legte dort die Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe um 22,9 Prozent zu, während sie in Westdeutschland nur um 13,2 Prozent wuchs. Die Beschäftigtenzahlen in der Metall- und Elektroindustrie stiegen in Ostdeutschland um 9,1 Prozent, im Westen waren es 2,9 Prozent. Dies entspricht in den neuen Bundesländern 41.337 neuen Arbeitsstellen. In allen Wirtschaftssektoren entstanden hier zwischen 2005 und 2008 fast eine viertel Million neue Arbeitsplätze.

So überraschte beim siebenten INSM-Bundesländerranking, das von Wissenschaftlern der IW Consult GmbH erstellt wird, das Land Sachsen-Anhalt als Sieger im Dynamikranking vor Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Diese Rangliste berücksichtigt ausschließlich die Entwicklung zwischen 2005 und 2008, während das Bestandsranking das absolute Niveau von Wirtschaftskraft und Wohlstand misst. In dieser Rangfolge gibt es keine Überraschungen.

Bayern und Baden-Württemberg führen die Liste vor Hamburg und Hessen an. Hier wird auch deutlich, dass die neuen Bundesländer trotz der positiven Entwicklung in den zurückliegenden fünf Jahren durchweg im Wohlstand weiter hinter dem Westen zurückbleiben.

Die Bayern verfügen bundesweit über die höchste Kaufkraft. Der Anteil an Empfängern von Arbeitslosengeld II ist mit 2,8 Prozent im Freistaat am geringsten. Zusammen mit Baden-Württemberg liegt Bayern auch an der Spitze bei der Arbeitsplatzversorgung. 74,1 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 65 Jahren sind erwerbstätig - so viel, wie sonst nirgendwo in Deutschland.

Wie groß die Schere zwischen Bestands- und Dynamikranking ist, beweist Sachsen-Anhalt. Mit einer Arbeitslosenquote von 14 Prozent rangiert es absolut nur auf dem vorletzten Rang unter allen Bundesländern. Allerdings konnte das Land zwischen 2005 und 2008 seine Arbeitslosenquote um 6,2 Prozentpunkte senken, deutlich mehr als im bundesweiten Durchschnitt von 3,9. Arbeitsplätze entstanden vor allem in Unternehmen, die auf dem Feld der alternativen Energien tätig sind und sich beispielsweise im Solar Valley bei Bitterfeld oder im Raum Magdeburg angesiedelt haben. ste

Genaue Informationen zu den verschiedenen
Indikatoren der einzelnen Bundesländer finden Sie
im Internet unter www.bundeslaenderranking.de