"Die Grünen greifen immer stärker in das bürgerliche Lager" Parteienforscher sieht bei Koalitionsverhandlungen Konfliktpotenzial

Parteienforscher Lothar Probst sieht bei den Koalitionsverhandlungen von SPD und Grüne in Bremen Konfliktpotenzial. "Es wird das ein oder andere Gerangel geben", sagte Probst der Nachrichtenagentur dapd. Die Grünen würden nach ihrem großen Stimmenzuwachs bei der Bürgerschaftswahl am Sonntag auch ein weiteres Ressort fordern, sagte Probst.

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Parteienforscher sieht bei Koalitionsverhandlungen Konfliktpotenzial

Bremen (dapd). Parteienforscher Lothar Probst sieht bei den Koalitionsverhandlungen von SPD und Grüne in Bremen Konfliktpotenzial. "Es wird das ein oder andere Gerangel geben", sagte Probst der Nachrichtenagentur dapd. Die Grünen würden nach ihrem großen Stimmenzuwachs bei der Bürgerschaftswahl am Sonntag auch ein weiteres Ressort fordern, sagte Probst.

Das Ergebnis der Wahl habe zudem gezeigt, dass die Grünen zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für die CDU werden. "Die Grünen greifen immer stärker in das bürgerliche Lager", fügte Probst hinzu. Bei den Selbstständigen sei sie die erfolgreichste Partei geworden. Im Gegensatz zur CDU sei es den Grünen zudem gelungen, das bürgerliche Lager zu mobilisieren.

Die schlechte Wahlbeteiligung zeige, dass es keine klare Mobilisierung gegeben habe. "Gerade den Oppositionsparteien ist es offensichtlich nicht gelungen, ihre eigene Wählerschaft zu mobilisieren", sagte Probst. Die CDU habe keinen richtigen Angriffspunkt gegenüber der Regierung gefunden. Zudem habe die CDU-Spitzenkandidatin nicht genügend Zeit gehabt, sich bekannt zu machen und an Profil zu gewinnen. Nach dem Wahlergebnis könne es für die CDU nicht "weiter so" heißen.

Im Gegensatz zu den Oppositionsparteien sei es der SPD und vor allem den Grünen sehr wohl gelungen, ihre Wähler an die Urne zu bringen. Das habe sicherlich immer noch mit den Nachwirkungen der Atom-Katastrophe von Fukushima zu tun, sagte der Politikwissenschaftler an der Universität Bremen. Die Wähler hätten aber auch "relativ viel Vertrauen, dass die Regierung zu Bremen passt". Sie hätten keiner anderen Partei zugetraut, es besser zu machen als Rot-Grün.

dapd