Nahles freut sich über Stärke der SPD in den Städten - CDU enttäuscht über dritten Platz Parteien nehmen Wahl in Berlin in den Blick

Nach dem sich abzeichnenden Sieg von Rot-Grün bei der Bürgerschaftswahl in Bremen nehmen die Bundesparteien die Wahl in Berlin im September in den Blick. Führende Sozialdemokraten freuten sich am Sonntagabend über die Stärke der SPD in den Städten. Auch die Grünen sahen gute Voraussetzungen für Berlin. Die CDU zeigte sich enttäuscht über die wahrscheinliche Niederlage in Bremen.

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Parteien nehmen Wahl in Berlin in den Blick

Berlin (dapd). Nach dem sich abzeichnenden Sieg von Rot-Grün bei der Bürgerschaftswahl in Bremen nehmen die Bundesparteien die Wahl in Berlin im September in den Blick. Führende Sozialdemokraten freuten sich am Sonntagabend über die Stärke der SPD in den Städten. Auch die Grünen sahen gute Voraussetzungen für Berlin. Die CDU zeigte sich enttäuscht über die wahrscheinliche Niederlage in Bremen. Generalsekretär Hermann Gröhe sagte, die CDU müsse an ihrer Großstadtkompetenz arbeiten.

SPD-Chef Sigmar Gabriel verwies in der ARD auf die jüngsten Erfolge seiner Partei in den Landtagswahlen unter anderem in Nordrhein-Westfalen und Hamburg. "Das ist eine schöne Serie in den letzten Monaten".

Generalsekretärin Andrea Nahles sagte ebenfalls in der ARD, die SPD habe in Bremen und Hamburg gezeigt, dass sie stark in den Städten sei. Das "werden wir dieses Jahr noch in Berlin unter Beweis stellen". Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Sozialdemokraten auch im Bund wieder stärker werden. Vor der Bundestagswahl 2013 würden die aktuellen Themen anders gewichtet, "dann werden wir den Sprung über die 30-Prozent-Hürde machen können". Die SPD hat bei der Bürgerschaftswahl nach den Prognosen von ZDF und ARD gegenüber der letzten Wahl leicht zugelegt und kann die Koalition mit den Grünen demnach fortsetzen.

Der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Jürgen Trittin, bezeichnete das Bremer Ergebnis als "Steilvorlage" für Berliner Spitzenkandidatin der Grünen, Renate Künast. Zu möglichen Festlegung eines Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2013 wollte sich Trittin im ZDF nicht äußern. Zunächst stünden noch Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Schleswig-Holstein und Niedersachsen an. "Danach stellen wir uns auf für die Bundestagswahl."

Gröhe nannte es in der ARD eine herbe Enttäuschung, dass die Union voraussichtlich nur dritte Kraft geworden ist. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Altmaier, sagte im ZDF mit Blick auf die schwarz-gelbe Bundesregierung: "Wir befinden uns insgesamt in einem sehr schwierigen Umfeld." Er erinnerte an die Reaktorkatastrophe in Japan und die Finanzhilfen für Griechenland. "Das alles verlangt einer Regierungspartei sehr viel ab."

FDP-Generalsekretär Christian Lindner zeigte sich enttäuscht darüber, dass die FDP voraussichtlich aus der Bürgerschaft geflogen ist. In der ARD sagte er, das Ergebnis lasse zwar kein Urteil über den gerade vollzogenen Neuanfang der FDP zu. Es zeige aber, dass die Liberalen noch einen weiten Weg vor sich hätten.

Die Linke gab sich trotz wahrscheinlicher Verluste in Bremen selbstbewusst: Parteichefin Gesine Lötzsch vertrat in der ARD die Ansicht, der Wiedereinzug in die Bürgerschaft sei ein Signal dafür, dass die Menschen eine "soziale Opposition" wollten.

dapd