Die Bundesregierung wusste Arbeitsministerin Ursula von der Leyen zufolge, dass kürzlich korrigierte Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zur Kinderarmut problematisch waren. Nie habe die Regierung sich alleine auf Daten des DIW gestützt, sagte die CDU-Politikerin und frühere Familienministerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Von der Leyen: Fragwürdigkeit der DIW-Zahlen war bekannt
Berlin (dapd). Die Bundesregierung wusste Arbeitsministerin Ursula von der Leyen zufolge, dass kürzlich korrigierte Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zur Kinderarmut problematisch waren. Nie habe die Regierung sich alleine auf Daten des DIW gestützt, sagte die CDU-Politikerin und frühere Familienministerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Vielmehr habe man "seit langem" gewusst, dass die Zahlen "fragwürdig hoch waren".
Das DIW hatte vor gut zwei Wochen seine Angaben zur Kinderarmut in Deutschland korrigiert. Diese lag demnach nie höher als der Durchschnitt innerhalb der Industrieländerorganisation OECD von 12,3 Prozent. Drei Wochen vor der Bundestagswahl 2009 hieß es, mehr als 16 Prozent der Kinder in Deutschland lebten in Armut, was für enormes Aufsehen sorgte.
Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte der Zeitung, er habe sich in seiner Zeit als Bundesarbeitsminister nicht nur auf die Zahlen des DIW gestützt, sondern "alle verfügbaren Datenquellen" genutzt, als er seinen Armuts- und Reichtumsbericht erstellt habe: "Dafür gab es damals viel Kritik - heute fühle ich mich bestätigt."
dapd
