Die von der Stadt Dresden verklagte Immobiliengesellschaft Gagfah will für eine mögliche Strafzahlung in Milliardenhöhe keine Rückstellungen bilden. "Nach Rücksprache mit unserem Wirtschaftsprüfer und Anwälten haben wir uns dagegen entschieden" sagte Rene Hoffmann, Investor-Relations-Manager bei Gagfah, der Onlineausgabe der "Financial Times Deutschland".
Gagfah: Keine Angst vor Klage aus Dresden
Hamburg (dapd-lsc). Die von der Stadt Dresden verklagte Immobiliengesellschaft Gagfah will für eine mögliche Strafzahlung in Milliardenhöhe keine Rückstellungen bilden. "Nach Rücksprache mit unserem Wirtschaftsprüfer und Anwälten haben wir uns dagegen entschieden" sagte Rene Hoffmann, Investor-Relations-Manager bei Gagfah, der Onlineausgabe der "Financial Times Deutschland". Lediglich für Anwaltskosten sollen etwa zwei Millionen Euro zurückgelegt werden.
Die Gagfah signalisiere damit, dass sie eine Verurteilung für sehr unwahrscheinlich hält, heißt es in dem Bericht. In dem Fall geht es um eine gewaltige Summe: Dresden will eine Vertragsstrafe von rund einer Milliarde Euro gegen die Immobilienfirma durchsetzen, weil sich die Gagfah nach dem Kauf von 48.000 Wohnungen von der Stadt nicht an vereinbarte Regeln zum Mieterschutz gehalten haben soll.
Würde die Gagfah in dem Prozess ein reales Risiko sehen, müsste das Unternehmen nach den Bilanzregeln darauf im Geschäftsbericht aufmerksam machen und eine Rückstellung bilden. Käme es doch zu einer Verurteilung mit einer höheren Vertragsstrafe, könnten Aktionäre rechtliche Schritte gegen Geschäftsführung und Wirtschaftsprüfer erwägen, weil sie nicht ausreichend gewarnt wurden.
Das Unternehmen scheint sich also sicher zu sein. Im Quartalsbericht heißt es in einem knappen Absatz, die Gagfah habe die Klageschrift durchgesehen und halte die Anschuldigungen aus Dresden für "beleidigend und unbegründet". Das Unternehmen werde sich scharf verteidigen.
dapd
