Oppositionspolitiker haben harsche Kritik am Rückzug des Versicherungskonzerns Allianz aus der Commerzbank geübt. "Diese verantwortungslose Art, sich vom Acker zu machen, ist beschämend", sagte der haushaltspolitische Sprecher der SPD, Carsten Schneider, der "Financial Times Deutschland".
Kritik an Rückzug der Allianz aus Commerzbank
Hamburg (dapd). Oppositionspolitiker haben harsche Kritik am Rückzug des Versicherungskonzerns Allianz aus der Commerzbank geübt. "Diese verantwortungslose Art, sich vom Acker zu machen, ist beschämend", sagte der haushaltspolitische Sprecher der SPD, Carsten Schneider, der "Financial Times Deutschland".
Der Bund habe durch seine Stabilisierungsmaßnahmen wesentlich dazu beigetragen, dass die Funktionsfähigkeit des Finanzmarktes gewährleistet wurde. Davon hätten alle Finanzmarktakteure profitiert. "Nicht nur deshalb hätte ich erwartet, dass die Allianz es als ihre Pflicht ansieht, sich bei der Konsolidierung der Commerzbank als Ankeraktionär auch weiter zu beteiligen", sagte Schneider.
Auch Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, übte Kritik. "In der ganzen Affäre um die Dresdner Bank und Commerzbank ist die Allianz ökonomisch gut weggekommen zulasten des Steuerzahlers. Sie ist große Risiken losgeworden und hat einen geringen Kapitalschnitt in Kauf genommen", sagte Schick der Zeitung.
Die Commerzbank hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass die Allianz ihren Anteil an der Bank auf unter fünf Prozent reduziert hat und nun noch 4,85 Prozent besitzt. Noch Ende 2010 hatte sie mehr als zehn Prozent gehalten. Die Kritik keimt vor allem deshalb auf, weil die Allianz auch deswegen gut durch die Finanzkrise gekommen war, da sie ihre marode Tochter Dresdner Bank 2008 an die Commerzbank verkauft hatte. Diese musste dann vor allem wegen dieser Akquisition mit 18,2 Milliarden Euro vom deutschen Steuerzahler gerettet werden.
Nach der Teilverstaatlichung der Commerzbank Anfang 2009 hielt die Allianz noch etwa 13 Prozent. Bei der derzeit in zwei Schritten laufenden Kapitalerhöhung der Bank über 11 Milliarden Euro zieht die Allianz nicht voll mit. Offenbar geht die Allianz auch etwas weiter mit der Beteiligung herunter, als mit der Commerzbank abgesprochen war: Im April hatte Commerzbank-Chef Martin Blessing noch gesagt, die Allianz werde künftig fünf bis sechs Prozent halten.
dapd
