Geschäft "bodenständig und risikoärmer" - Bankenabgabe und Kapitalmarktgeschäft belasten BayernLB-Gewinn eingebrochen

Die BayernLB macht weniger Gewinn. Weil der Rückenwind vom Kapitalmarkt nachließ und staatliche Bankenabgaben das Ergebnis belasteten, blieben im ersten Quartal nur noch 149 Millionen Euro vor Steuern - zwei Drittel weniger als vor einem Jahr. Auch der Jahresgewinn werde geringer ausfallen, kündigte Finanzvorstand Stephan Winkelmeier am Mittwoch in München an.

Foto: dapd

BayernLB-Gewinn eingebrochen

München (dapd-bay). Die BayernLB macht weniger Gewinn. Weil der Rückenwind vom Kapitalmarkt nachließ und staatliche Bankenabgaben das Ergebnis belasteten, blieben im ersten Quartal nur noch 149 Millionen Euro vor Steuern - zwei Drittel weniger als vor einem Jahr. Auch der Jahresgewinn werde geringer ausfallen, kündigte Finanzvorstand Stephan Winkelmeier am Mittwoch in München an. Die bayerische Landesbank sei heute "bodenständig und ehrlich und risikoärmer".

Die Ertragskraft im Kerngeschäft wachse beständig, und das Quartalsergebnis liege "über den internen Planungen", sagte Vorstandschef Gerd Häusler: "Damit sind wir durchaus zufrieden."

Die EU-Kommission will laut Winkelmeier bis Ende Juni eine Entscheidung über die Zukunft der Landesbank treffen, die 2008 und 2009 Milliardenverluste gemacht hatte und vom Freistaat Bayern mit einer Kapitalspritze gerettet worden war. Eine Privatisierung scheine nicht mehr zwingend. Brüssel lobe, dass die Bank Randgeschäfte abbaue - die Bilanzsumme sank weiter um 13 Prozent auf 303 Milliarden Euro, die interne Bad Bank wurde seit 2009 auf 35 Milliarden Euro halbiert. Aber die BayernLB sollte staatliche Beihilfen zurückzahlen, sagte Winkelmeier. Seit März kaufe sie eine vom Bankenrettungsfonds SoFFin garantierte Anleihe zurück.

Das Quartalsergebnis komme ausschließlich aus dem Kerngeschäft und beweise, dass die BayernLB als Unternehmensfinanzierer ein nachhaltiges Geschäftsmodell habe, sagte Winkelmeier: Sie gewinne zusätzliche Kunden, der Zinsüberschuss sei stabil, der Provissionsüberschuss wachse.

Aber die ungarische Bankenabgabe belastete das Quartalsergebnis mit 50 Millionen Euro und drückte die angeschlagene Tochterbank MKB erneut mit 33 Millionen Euro ins Minus. Im Gesamtjahr sei dennoch eine schwarze oder rote Null zu erwarten, sagte Winkelmeier. Ein rascher Verkauf der MKB sei nicht zu erwarten. In Deutschland musste die BayernLB eine Bankenabgabe von 20 Millionen Euro zahlen, im Gesamtjahr werden es 80 Millionen Euro sein.

Den größten Einbruch gab es aber bei der Bewertung von Wertpapieren und Währungsabsicherungen, die vor einem Jahr ein Spitzenniveau erreicht hatten. Der aktuelle Marktwert, das Fair-Value-Ergebnis, lag um 270 Millionen Euro niedriger. Die Bank treibe "keine wilden Zockergeschäfte", sondern habe Risiken bei Fremdwährungen abgebaut, sagte Winkelmeier. Das sei wie eine Kaskoversicherung gegen einen zu hohen Dollarkurs, die wegen des derzeit schwachen Dollars derzeit weniger wert sei. Er erwarte in den nächsten Quartalen eine Stabilisierung, denn "der Boden nach unten ist deutlich näher als die Luft nach oben".

Die Kernkapitalquote der Bank stieg auf gute 11,7 Prozent. In Griechenland habe die BayernLB nur 120 Millionen Euro in Staatsanleihen angelegt, in Irland 18 Millionen, in Portugal und Spanien null. "Wir blicken dem Stresstest gelassen entgegen", sagte der Finanzchef. Das ermögliche auch Flexibilität im laufenden EU-Beihilfeverfahren.

dapd