Arbeitgeber wollen Reform durchsetzen - ver.di rechnet nicht mit schneller Einigung Tarifverhandlungen für Druckindustrie wieder aufgenommen

Die Tarifverhandlungen für die rund 160.000 Beschäftigten der deutschen Druckindustrie sind am Dienstag in Frankfurt am Main in die dritte Runde gegangen. ver.di fordert eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent für zwölf Monate sowie die Rückkehr zum von den Arbeitgebern gekündigten Manteltarifvertrag.

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Tarifverhandlungen für Druckindustrie wieder aufgenommen

Frankfurt/Main (dapd). Die Tarifverhandlungen für die rund 160.000 Beschäftigten der deutschen Druckindustrie sind am Dienstag in Frankfurt am Main in die dritte Runde gegangen. ver.di fordert eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent für zwölf Monate sowie die Rückkehr zum von den Arbeitgebern gekündigten Manteltarifvertrag. Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) bezeichnete dieses Ziel bislang als "völlig überzogen", da die Branche derzeit "gravierende strukturelle Veränderungen" erlebe.

Der Druckverband hat daher die Reform des aufgekündigten Manteltarifvertrags zum Ziel. Die Betriebe benötigten dringend mehr Flexibilität, um den Anforderungen der Kunden besser gerecht werden zu können, erklärte Verhandlungsführer Wolfgang Pütz. Das könne durch eine Öffnung der Arbeitszeit von der immer noch geltenden 35-Stunden-Woche auf bis zu 40 Stunden pro Woche erreicht werden. Der Verband fordert zudem die Abkehr von der Regel, dass die Druckmaschinen nur von Fachkräften bedient werden dürfen.

Der Hauptgeschäftsführer des Druckverbands, Paul Albert Deimel, erklärte, die Branche stehe in einem zunehmenden Wettbewerb mit anderen Medienanbietern, und das bei steigenden Rohstoff- und Energiepreisen. Die größtenteils familiengeführten, mittelständischen Betriebe der Druckindustrie könnten sich mit den starren und kostenträchtigen Regelungen des alten Tarifvertrags kaum mehr behaupten.

ver.di-Verhandlungsführer Frank Werneke trat den Arbeitgeberforderungen klar entgegen: "Wir werden nicht darüber verhandeln, um wie viel sich die Tarifverträge verschlechtern sollen", sagte er vor Beginn der Gespräche in Frankfurt. "Wir werden über gar keine Verschlechterung verhandeln." Darauf habe sich ver.di mit dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) verständigt.

Werneke erinnerte noch einmal daran, dass die Verleger - als Reaktion auf das generelle Nein der Gewerkschaften zu Tarifverschlechterungen wie etwa Leiharbeit, Lohndumping oder die Verlängerung der Wochenarbeitszeit - die Verhandlungen im Sommer 2010 abgebrochen und den bestehenden Manteltarifvertrag gekündigt hatten. "Das war eine Kampfansage. Es würde mich nicht wundern, wenn die Arbeitgeber in der anstehenden Tarifrunde und darüber hinaus das gleiche Lied singen würden."

Er erwarte keinen schnellen Abschluss der Verhandlungen, räumte der ver.di-Vize ein. "Es wird eine Tarifrunde des langen Atems werden. Wir wollen anständige Verbesserungen. Und wenn die Verleger sich sträuben, dann gibt es für uns auch irgendwann, das kann im Herbst sein, keine Friedenspflicht mehr."

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