Erster Außentermin als Bundeswirtschaftsminister Rösler besucht Satellitenbauer OHB in Bremen

Der Neue war gut vorbereitet. Philipp Rösler kennt sich aus mit der Luft- und Raumfahrt. Das beeindruckte den Chef des Bremer Satellitenbauers OHB, Marco Fuchs. "Erstaunlich, wie Sie schon am ersten Tag in den Themen drin sind", sagte er zum neuen Bundeswirtschaftsminister, der erst am Montag die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Rainer Brüderle übernommen hatte.

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Rösler besucht Satellitenbauer OHB in Bremen

Bremen (dapd-nrd). Der Neue war gut vorbereitet. Philipp Rösler kennt sich aus mit der Luft- und Raumfahrt. Das beeindruckte den Chef des Bremer Satellitenbauers OHB, Marco Fuchs. "Erstaunlich, wie Sie schon am ersten Tag in den Themen drin sind", sagte er zum neuen Bundeswirtschaftsminister, der erst am Montag die Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Rainer Brüderle übernommen hatte. Als eine seiner ersten Amtshandlungen besuchte der FDP-Politiker am Dienstag das mittelständische Familienunternehmen OHB.

Rösler kam zur offiziellen Einweihung eines neuen Reinraums, der für drei Millionen Euro gebaut worden war. Dort werden Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo und große Kommunikationssatelliten zusammengesetzt. 50 neue Arbeitsplätze entstanden. Die Auftragsbücher sind mit rund 1,5 Milliarden Euro voll. Ein Unternehmensbesuch, der einem Bundeswirtschaftsminister Spaß macht.

Rösler sprach vor rund 60 Mitarbeitern und er hatte die Zuhörer gleich auf seiner Seite, als er erzählte, dass er Raum- und Luftfahrtfan sei. Schon als 14-Jähriger habe er mit dem Segelfliegen angefangen und belegte Raumfahrt- und Astronomie-Arbeitsgruppen in der Schule. Zudem sei er "kurz davor" gewesen, Luft- und Raumfahrt zu studieren. Dann entschied er sich doch für die Medizin.

Das Erfolgsmodell des Familienunternehmens OHB zeige, dass sich auch mittelständische Unternehmen gegen große Konkurrenten durchsetzen könnten. "Das macht Mut für die Zukunft", betonte Rösler. Zusammen mit anderen Unternehmen habe OHB dazu beigetragen, dass Bremen in Deutschland in der Luft- und Raumfahrttechnik das sei, was Houston für Amerika sei, schmeichelte der Minister den Gastgebern. "Nur dass es in Houston heißt: Wir haben ein Problem - in Bremen gibt es keins", fügte Rösler launig hinzu und hatte die Lacher auf seiner Seite. OHB beschäftigt nach Firmenangaben am Standort Bremen 450 Mitarbeiter und in ganz Europa 2.200. Die Gruppe erwirtschaftete im vergangenen Jahr 453 Millionen Euro.

Mit dem Besuch bei OHB habe er ein Versprechen von vor knapp zweieinhalb Jahren eingelöst, sagte Rösler schmunzelnd. Damals war er noch Wirtschaftsminister in Niedersachsen und sprach auf einer Veranstaltung in Bremen, als Firmengründer Manfred Fuchs, der Vater von Marco Fuchs, auf ihn zukam und fragte, ob er OHB kenne. "Da musste ich zugeben: nein." Er habe versprochen, dies mit einem Firmenbesuch zu ändern.

Nun, nach einer "bestandenen Bewährungsprobe als Bundesgesundheitsminister" habe er sein Versprechen wahr gemacht und seinen ersten Außentermin als Bundeswirtschaftsminister dem Satellitenbauer gewidmet - und verschwieg dabei, dass der Termin kurz vor der Bremer Bürgerschaftswahl schon lange mit seinem Vorgänger Brüderle vereinbart worden war. Rösler brauchte ihn nur zu übernehmen.

dapd