Der Internationale Währungsfonds (IWF) zweifelt einem Zeitungsbericht zufolge an der Reformfähigkeit Griechenlands. Im IWF bestehen demnach erhebliche Bedenken, ob das hoch verschuldete Mittelmeerland mit weiteren Kredithilfen unterstützt werden soll.
IWF zweifelt an weiteren Kredithilfen für Griechenland
Im IWF herrsche demnach noch stärker als in Europa "Enttäuschung über das griechische Reformprogramm, über die fehlende Privatisierung und über die Verfehlung des Defizitabbaus", zitiert die Tageszeitung "Die Welt" hohe EU-Diplomaten.
Sollte sich der IWF bei der Auszahlung der nächsten Kredittranche von zwölf Milliarden Euro im Juni verweigern, würden die Europäer den gesamten Betrag übernehmen, hieß es. Diplomaten zufolge werde aber erwartet, dass sich der IWF trotz schwerwiegender Bedenken letztlich doch an der Auszahlung der nächsten Kredittranche beteilige.
Wie die Zeitung weiter berichtet, zeigte sich auch EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn unzufrieden über den bisherigen Reformkurs in Griechenland: "Ich sage klar und deutlich: Griechenland muss die Wirtschaftsreformen beschleunigen und die vollständige Umsetzung des Privatisierungsprogramms sicher stellen." Es sei "absolut notwendig, dass die politischen Parteien ihre Streitigkeiten beenden zum Wohle des Landes" und zudem "illusionär zu glauben, dass es eine Alternative zu dem wirtschaftlichen Reformprogramm gibt."
Die Deutschen rief Rehn angesichts zunehmender Skepsis gegenüber Finanzhilfen für strauchelnde Euro-Länder zur Unterstützung auf. Das Hilfspaket von 78 Milliarden Euro für Portugal, das die Finanzminister der 17 Euro-Länder am Montag in Brüssel beschließen wollen, sei notwendig, sagte Rehn der Zeitung. "Wir können das nicht ohne Deutschland und seine Bereitschaft, die Stabilität des Euro zu sichern, machen. Indem wir Portugal unter strikten, aber realistischen Bedingungen helfen, schützen wir auch die wirtschaftliche Erholung in Deutschland und die Ersparnisse der deutschen Bürger", erklärte der Währungskommissar.
dapd