Im Schmiergeldskandal bei MAN verfolgt die Staatsanwaltschaft München einem Medienbericht zufolge erstmals eine Spur in Richtung Arbeitnehmervertretung. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) ermittelt die Behörde gegen den ehemaligen Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der Nutzfahrzeugsparte. Hans M. werde der Untreue verdächtigt.
Spur im MAN-Korruptionsskandal führt auch zum Betriebsrat
München (dapd). Im Schmiergeldskandal bei MAN verfolgt die Staatsanwaltschaft München einem Medienbericht zufolge erstmals eine Spur in Richtung Arbeitnehmervertretung. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) ermittelt die Behörde gegen den ehemaligen Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der Nutzfahrzeugsparte. Hans M. werde der Untreue verdächtigt. Bei einem Verfahren vor dem Nürnberger Arbeitsgericht wurde der Zeitung zufolge von MAN-Anwälten der Verdacht einer möglichen unzulässigen Betriebsratsbegünstigung laut.
Hintergrund sei eine großzügige Altersteilzeitregelung für Hans M. Demnach schloss er bereits 2004 mit MAN einen Altersteilzeitvertrag, der eigentlich erst ab 2009 gelten sollte. Allerdings sollte der Betriebsratschef bereits ab 2006 freigestellt werden. Als es so weit war, wurde die vereinbarte Abfindung aus unbekannten Gründen auf 100.000 Euro verdoppelt, schreibt die Zeitung weiter.
Bis Ende 2014 habe der Ex-Betriebsratschef zudem monatliche Einkünfte von rund 8.500 Euro erhalten, schreibt das Blatt und beruft sich auf einen Sprecher des Nürnberger Arbeitsgerichtes. Die Zahlungen seien erst gestoppt worden, als die MAN dem Vorruheständler im März 2010 fristlos kündigte. Er soll Benzin unerlaubt über eine MAN-Tankkarte abgerechnet haben.
Der Fall wurde laut dem Bericht unlängst vor dem Nürnberger Arbeitsgericht verhandelt und endete mit einem Vergleich. Die MAN habe ihrerseits Klage gegen den Betriebsratschef eingereicht. Sollten sich die Untreuevorwürfe bewahrheiten, wolle das Unternehmen mehr als 416.000 Euro von Hans M. zurückverlangen.
dapd
