Flasbarth verweist auf den europäischen Emissionshandel Umweltbundesamt sieht Klimaschutzziele nicht gefährdet

Die deutschen Klimaschutzziele sind nach Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) durch den angestrebten vorzeitigen Atomausstieg nicht in Gefahr. Grund dafür sei der europäische Emissionshandel, der auf den alten, noch von rot-grün ausgehandelten Fahrplan ausgerichtet sei.

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Umweltbundesamt sieht Klimaschutzziele nicht gefährdet

Berlin (dapd). Die deutschen Klimaschutzziele sind nach Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) durch den angestrebten vorzeitigen Atomausstieg nicht in Gefahr. Grund dafür sei der europäische Emissionshandel, der auf den alten, noch von rot-grün ausgehandelten Fahrplan ausgerichtet sei. Wenn daher nun ein Ausstieg in derselben Größenordnung angepeilt werde, ändere sich zunächst nichts, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Das Umweltbundesamt hält einen Ausstieg aus der Atomkraft frühestens 2017 für möglich.

Flasbarth räumte ein, dass ein vorzeitiges Abschalten alter Meiler dazu führen könne, dass mehr Kohle und Gas zur Stromerzeugung benötigt würden. Der Emissionshandel biete jedoch Anreize, möglichst wenig Treibshausgase auszustoßen. So sei der Zertifikatspreis in der Zeit nach der Atomkatastrophe von Fukushima von 15 auf 17 Euro gestiegen. "Das ist aus unserer Sicht alles andere als ein Drama", sagte Flasbarth. Steigende Preise beförderten die Bemühungen zur verbesserten Energieeffizienz.

Zugleich schloss Flasbarth einen moderaten Anstieg der Strompreise nicht aus. Die angestrebte Energiewende mache zusätzliche Investitionen, etwa zum weiteren Netzausbau, erforderlich. Diese würden sich dann auch im Strompreis abbilden. Insgesamt erwarte er jedoch lediglich eine "moderate" Steigerung. "Ein wirklich deutlicher Preisanstieg" sei nur schwer vorstellbar, sagte er.

Das deutsche Emissionshandelsbudget beträgt jährlich rund 452 Millionen Emissionsberechtigungen. Etwa 396 Millionen erhielten die Anlagenbetreiber im vergangenen Jahr kostenlos, weitere 41 Millionen wurden an der Leipziger Strombörse versteigert. Die nicht benötigten Berechtigungen können noch bis 2012 verbraucht werden.

dapd