Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat einen baldigen Ausstieg aus der Kernenergienutzung gefordert. Deutschland müsse so "rasch wie sachlich möglich" aus der Kernenergie aussteigen, sagte er am Freitag bei der Vollversammlung des Zentralkomitees in Erfurt.
Glück fordert raschen Atomausstieg
Erfurt (dapd). Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat einen baldigen Ausstieg aus der Kernenergienutzung gefordert. Deutschland müsse so "rasch wie sachlich möglich" aus der Kernenergie aussteigen, sagte er am Freitag bei der Vollversammlung des Zentralkomitees in Erfurt. "Das Gelingen ist wichtiger als der Streit um Nuancen der Geschwindigkeit."
Glück sagte, es sei inakzeptabel, dass auf EU-Ebene die Vorschriften etwa im Verbraucherschutz immer detaillierter würden, beim Thema Kernenergie aber kaum etwas voran gehe. Deutschland sei gefordert, in der Energiepolitik ein positives Leitbild für die Welt anzubieten.
Gleiches gelte für den Umgang mit Migranten und Flüchtlingen. Zentrales Problem sei die Angst der Menschen in Deutschland vor der Zukunft und vor Menschen aus anderen Kulturen. "Wir müssen uns stärker dem besseren Zusammenleben der Kulturen widmen", sagte Glück.
Darüber hinaus fordert er einen stärkeren Dialog zwischen Laien und Kirchen. Die Diskussionen der vergangenen Monate innerhalb der Kirche zeugten nicht von innerkirchlicher Zerrissenheit, sondern seien "Bausteine eines sich entfaltenden Dialogs", sagte der ZdK-Präsident. Eine strukturelle Erneuerung der Kirche müsse zudem mit einer geistlichen Neuausrichtung einhergehen.
Der Erfurter Bischof Joachim Wanke kündigte an, dass die Ergebnisse der Vollversammlung bei der Bischofskonferenz eine große Rolle spielen würden. Aufgrund der veränderten Lebensumstände der Menschen sei auch die Kirche im Umbruch und müsse sich den neuen Aufgaben stellen.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist das höchste Laiengremium in der katholischen Kirche Deutschlands und Dachverband zahlreicher katholischer Verbände. Das Komitee fordert seit vielen Jahren eine stärkere Einbindung der Laien. Der ehemalige bayerische Landtagspräsident Glück ist als ZdK-Vertreter Mitglied der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung, die die Bundesregierung beim Thema Atomausstieg berät.
dapd
