Umsatz und Betriebsergebnis stark im Aufwind - Jahresprognose bekräftigt Dollar drückt EADS in die roten Zahlen

Der schwache Dollar hat den Airbus-Konzern EADS im ersten Quartal in die roten Zahlen gezogen. Umsatz und Betriebsergebnis stiegen aber noch stärker als erwartet. Vorstandschef Louis Gallois sprach am Freitag von einem guten Start und stellte für das Gesamtjahr einen höheren Umsatz und Gewinn in Aussicht. Der Aktienkurs legte nach Veröffentlichung der Zwischenbilanz deutlich zu.

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Dollar drückt EADS in die roten Zahlen

München (dapd). Der schwache Dollar hat den Airbus-Konzern EADS im ersten Quartal in die roten Zahlen gezogen. Umsatz und Betriebsergebnis stiegen aber noch stärker als erwartet. Vorstandschef Louis Gallois sprach am Freitag von einem guten Start und stellte für das Gesamtjahr einen höheren Umsatz und Gewinn in Aussicht. Der Aktienkurs legte nach Veröffentlichung der Zwischenbilanz deutlich zu.

EADS machte im ersten Quartal einen Verlust von 12 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 103 Millionen vor einem Jahr. Hauptursache war die Abwertung der Dollarbestände, wie Finanzchef Hans-Peter Ring erklärte. Weil der Dollar seit Januar gegenüber dem Euro schwächer wurde, musste EADS den derzeitigen Wert seine hohen Dollarbestände und seiner Sicherungs-Optionen nach unten korrigieren.

Im Kerngeschäft aber lief es rund. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro, vor allem dank Airbus. Der Flugzeughersteller lieferte 119 Maschinen aus, darunter vier große A380. Das operative Ergebnis (Ebit) von EADS verdoppelte sich auf 192 Millionen Euro. Auch die Hubschrauber- und die Raumfahrtsparte legten bessere Zahlen vor. Einziges Sorgenkind ist die Rüstungssparte - sie leidet unter den Kürzungen der Verteidigungshaushalte in Europa, Umsatz und Gewinn sanken.

Der Auftragseingang von EADS halbierte sich zwar auf 6,3 Milliarden Euro. Bei Airbus standen 69 Bestellungen 68 Stornos gegenüber. Aber Ring erklärte das mit üblichen Schwankungen. "Der April zeigt einen positiven Trend": Er sei optimistisch, dass bei der Luftfahrtschau in Le Bourget im Juni eine ganze Reihe von Neuaufträgen bekanntgegeben werde.

Die Fertigung der A320-Familie in Hamburg und Toulouse will EADS von heute 36 bis nächstes Frühjahr auf 40 erhöhen - die Entscheidung hänge vor allem von den Kapazitäten der Zulieferer ab, erklärte Ring. Der Wachstumstrend im Luftverkehr sei stabil.

Für das sparsamere Kurz- und Mittelstreckenflugzeug A320neo liegen vier Monate nach Programmstart schon 330 Bestellungen vor. Dieser Erfolg "untermauert unsere hervorragenden Geschäftsaussichten in diesem Programm", sagte Gallois. Das Flugzeug soll im Oktober 2013 auf den Markt kommen.

In diesem Jahr will EADS die Auslieferung von Passagierflugzeugen auf 520 bis 530 erhöhen und den Vorjahresumsatz von 45,8 Milliarden Euro übertreffen. Das Ebit soll mit 1,3 Milliarden auf dem Niveau des Vorjahres bleiben, der Gewinn von 553 Millionen Euro bei einem etwas stärkeren Dollar als heute übertroffen werden.

Aber das A350-Programm erfordere "höchste Aufmerksamkeit" und werde zusammen mit der A380 und dem Militärtransporter A400M über das Ergebnis entscheiden. Vor allem wegen der A350-Langstreckenmaschinen stiegen die Entwicklungskosten im ersten Quartal auf 650 Millionen Euro. Die A350-Endmontagelinie soll zum Jahresende starten, "doch das Programm bleibt herausfordernd", betonte EADS. Erst für 2012 stellte Ring einen deutlichen Gewinnanstieg in Aussicht.

dapd