Hochtief-Aufsichtsräte ziehen Kandidatur zurück und machen Weg für Personalkonzept der Spanier frei ACS vor Machtübernahme bei Hochtief

Der spanische Großaktionär ACS steht vor der Machtübernahme bei Deutschlands größtem Bauunternehmen Hochtief. Unmittelbar vor der Hauptversammlung des Baukonzerns zogen am Donnerstag in Essen vier ACS-kritische Aufsichtsratsmitglieder ihre erneute Kandidatur für das Kontrollgremium zurück, wie das Unternehmen mitteilte.

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ACS vor Machtübernahme bei Hochtief

Essen (dapd). Der spanische Großaktionär ACS steht vor der Machtübernahme bei Deutschlands größtem Bauunternehmen Hochtief. Unmittelbar vor der Hauptversammlung des Baukonzerns zogen am Donnerstag in Essen vier ACS-kritische Aufsichtsratsmitglieder ihre erneute Kandidatur für das Kontrollgremium zurück, wie das Unternehmen mitteilte. Sie machten damit den Weg frei für die Personalvorstellungen der Spanier zur Besetzung des wichtigen Aufsichtsrats.

Der noch amtierende Hochtief-Aufsichtsratsvorsitzende Detlev Bremkamp und die Aufsichtsratsmitglieder Hans-Peter Keitel, Heinrich von Pierer und Wilhelm Simson teilten dem Vorstand und dem Aufsichtsrat mit, sie stünden für die Neuwahl des Gremiums auf der Hauptversammlung nicht mehr zur Verfügung. Die Manager hatten prominente Rollen im Abwehrkampf des Konzerns gegen ACS gespielt.

Mit ihrem Rückzug zogen die Aufsichtsratsmitglieder die Konsequenzen aus den sich abzeichnenden Mehrheitsverhältnissen auf dem Aktionärstreffen. Es gilt als sicher, dass ACS dort über eine deutliche Mehrheit verfügt. Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Bremkamp sagte: "Wir haben uns bis zuletzt um eine Lösung bemüht, die auch die Interessen der zahlreichen freien Aktionäre von Hochtief ausreichend berücksichtigt."

ACS hatte deshalb erst vor wenigen Tagen eine eigene Kandidatenliste präsentiert, in der die Kritiker nicht mehr vertreten sind. Stattdessen sollen nach dem Willen von ACS vier Vertreter der Spanier und ein Vertreter des Großaktionärs Katar in das Kontrollgremium einziehen. Daneben sollen als "unabhängige" Aufsichtsratsmitglieder der BASF-Aufsichtsratsvorsitzende Eggert Voscherau, der frühere Finanzvorstand der Deutschen Börse Thomas Eichelmann und der schon jetzt im Aufsichtsrat präsente ehemalige Continental-Chef Manfred Wennemer das Gremium komplettieren.

dapd