Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hält die Kostenvorteile von Plattformen und Konzernbaukästen für überschätzt. Trotz Verbundeffekten im VW-Konzern mache Audi weniger Gewinn pro Fahrzeug als BMW und Mercedes, erklärte der Professor der Universität Duisburg-Essen am Mittwoch.
BMW und Mercedes fahren Audi beim Gewinn davon
München (dapd). Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hält die Kostenvorteile von Plattformen und Konzernbaukästen für überschätzt. Trotz Verbundeffekten im VW-Konzern mache Audi weniger Gewinn pro Fahrzeug als BMW und Mercedes, erklärte der Professor der Universität Duisburg-Essen am Mittwoch. Der Nachteil der Konzernbaukästen zeige sich auch an dem "weniger erfolgreichen Start des Audi A1, der in seiner Struktur eben doch sehr hohe Ähnlichkeiten mit dem VW Polo aufweist".
Mercedes einschließlich Smart verkaufe ein Fahrzeug im Durchschnitt für 44.607 Euro, BMW einschließlich Mini für 37.551 Euro und Audi für nur 33.624 Euro, erklärte Dudenhöfer mit Blick auf das erste Quartal dieses Jahres. Weil Audi die Kleinwagenreihe A1 ausbaue, werde die Ingolstädter VW-Tochter auch in den nächsten Jahren keine Chance haben, beim Durchschnittspreis auf BMW und Mercedes aufzuschließen.
Beim Durchschnittsgewinn liege BMW mit 4.193 Euro knapp vor Mercedes mit 4.145 Euro, aber beide weit vor Audi mit 3.567 Euro. "Audi schafft es also schlechter, die großen Einkaufsvorteile durch die Gleichteile des VW-Konzerns in höhere Premiumpreise umzusetzen. Der Kosteneffekt ist geringer als der Premiumeffekt", schrieb Dudenhöffer in einer Studie. "Konzernbaukästen haben also auch ihren Preis." Sparpotenzial habe Mercedes noch durch Gemeinschaftsprojekte mit Renault beim Smart und bei kleinen Motoren und BMW mit Peugeot bei Hybridautos.
dapd
